Dienstag, 9. November 2010

Lebensmittel aus dem Internet – an der Grenze des Machbaren

Die Vollversorgung aus dem Internet rückt immer näher. Inzwischen kann man – teils in Ergänzung durch Nutzung des Handys – fast alles über das Internet erledigen. Ob Fahrkarten, Flugtickets, Fahrradverleih, Parkgebühren – alles ist möglich. Das Shoppen in allen nur denkbaren Produktgruppen sowieso.

Nur eine Handelssparte tut sich mit dem Internet immer noch schwer und zeigt dessen Grenzen auf: Der Bereich der Lebensmittel.

Zwar gibt und gab es Versuche, um das Online-Shopping auch für die Waren des täglichen Bedarfs zu ermöglichen, aber wirklich erfolgreich durchsetzen konnte sich bisher keine Lösung. Gegenwärtig versucht Amazon, hier einen Fuß in die Tür zu bekommen. Doch das Lebensmittel-Shoppen macht keinen Spaß, wenn die Versandkosten teils höher sind als der Warenwert.

Das Problem ist ganz einfach die Logistik. So lange Fisch, Fleisch, Eier Pizza und grüne Gurken von jedem Anbieter selbst transportgerecht verpackt und versandt werden müssen, geht die Rechnung einfach nicht auf.

Foto: Lancy/Wikipedia

Real hat dies erkannt und arbeitet an einem Drive-In-Service, der diese Schwachstellen kompensieren soll. Die Metro-Tochter startete am Montag den ersten Drive-In-Supermarkt in Isernhagen bei Hannover. Real Drive ist die offizielle Bezeichnung.

Das System ist simpel und damit schon fast wieder genial: Man kauft per Website ein, wobei man aus rund 5000 Artikeln wählen kann. Zwei Stunden nach Bestellung fährt man mit dem Auto zur Filiale und gibt dort die Auftragsnummer an. Oder man legt den ausgedruckten Barcode vor. Man erhält einen Parkplatz zugewiesen, an den dann ein Mitarbeiter von Real die Ware bringt. Ein Umtausch bei schlechter Qualität ist somit gleich vor Ort möglich. Bezahlt werden kann bar oder mit EC- und Kreditkarte.

Man kann bei der Bestellung einen beliebigen Abholtermin in den Folgetagen angeben – wird die Ware bis zum Abend des Folgetages nicht abgeholt, wandert sie wieder ins Regal. Der ganze Service ist zum Ladenpreis nutzbar, lediglich ein Euro Gebühr je Bestellung wird fällig.

Das Ganze klingt für mich nach Erfolg. Auch, weil es sich mit dem persönlichen Tagesablauf bestens vereinbaren lässt (im Gegensatz zu den erwähnten Bringediensten). Und: In Frankreich oder Großbritannien funktionieren diese Angebote bereits. Hinzu kommt, dass der Aufwand für die produktgerechte Versandverpackung entfällt und der Kunde kaum mit Probleme bei der Frische der Produkte rechnen muss.

Rewe plant ähnliches, nur weniger aufwändig: Dort schiebt ein Mitarbeiter an des Kunden statt den Einkaufswagen durch die regulären Regalschneisen und kauft quasi „im Auftrag“ ein, während Real ein eigenes Lager am Drive-In betreibt.

Ob Real und/oder Rewe mit ihren Konzepten letztlich erfolgreich sind, entscheidet allein der Kunde. Ich bin der Meinung, dass dies die bessere Alternative ist, als Schweinshaxe & Co bei Amazon zu ordern.



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