Montag, 30. August 2010

Grüne Autos sind schön leise – zu leise

Mit „Grünen Autos“ ist nicht die Lackfarbe gemeint, sondern eine Zusammenfassung der Hybridfahrzeuge, reinen Elektroantriebe sowie der Fahrzeuge mit Brennstoffzellen. Kurzum: Die Fahrzeuge, die man als umweltfreundlich bezeichnet und die unsere Mobilitätsgarantie in der Zukunft sein sollen.

Die leise surrenden Flitzer brauchen keine Lärmschutzwände mehr, auch können sich die Bewohner in den Innenstädten freuen, dass es nicht nur abgasfrei zugeht, sondern auch fast geräuschlos.

Dumm nur, dass aktuelle Studien jetzt an den Tag brachten, dass die Unfallgefahr durch diese Leisetreter enorm ansteigt. Ob Fußgänger oder Radfahrer: Bislang konnte man ein heran nahendes Fahrzeug hören und entsprechend reagieren. Das fällt mit diesen Öko-Fahrzeugen nunmehr weg. Entsprechend steigt die Unfallgefahr.

Hinzu kommt, dass viele Fahrer ungern auf den typischen Sound verzichten wollen. Es geht also um die Geräuschkulisse innerhalb und außerhalb des Autos. An beidem wird gearbeitet.

Tesla Roadster Engineering Prototype
Urheber:  fogcat5
Tesla hat für seine E-Sportwagen Sound-Designer in die Spur gesetzt, die Fahrgastzelle über Bordlautsprecher mit einem dem Fahrverhalten angepassten Sound „bespielen“.

Lotos entwickelte ein System für seine Hybridfahrzeuge und Elektroautos das Motorengeräusch simuliert. Lautsprecher hinter dem Kühlergrill strahlen das Geräusch nach vorn ab. Toyota bringt ein ähnliches Krawallsystem für seine Hybrids zum Nachrüsten – Preis rund 170.- EUR.

Inzwischen springen die ersten Tuning-Firmen in diese Marktnische und generieren den Sound nach Wunsch. Man sollte sich daher nicht wundern, wenn man künftig einen Porsche hört und dann einen Smart sieht.

Es wird also weiterhin Lärmschutzwände geben müssen und auch die Innenstadtbewohner haben sich zu früh gefreut.

Ich meine: Was jeder innerhalb seines Autos für eine Geräuschkulisse bevorzugt – so er mit der Stille nichts anzufangen weiß – ist seine Sache. Wenn aber „getunte“ Motorengeräusche nach außen geblasen werden, sollte man schon hinterfragen, ob es keine anderen Lösungen gibt. Denn zur eingangs erwähnten Umweltfreundlichkeit gehört für mich nicht nur der Energieträger, sondern auch die Geräuschkulisse.








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