Samstag, 28. August 2010

Die Gema und das Internet – Streit mit YouTube

2007 hatte die Gema mit YouTube einen Vertrag abgeschlossen, der die Lizenzgebühren für Musikstücke beinhaltete. Dieser Vertrag lief im März 2009 aus – seither verhandelte man über eine neue Lizenzregelung. Allerdings erfolglos: Im Mai brach die Gema ihrerseits die Verhandlungen ab und beantragte eine einstweilige Verfügung gegen die Video-Plattform.

Seit März 2009 zahlt YouTube keinen Cent mehr an die Gema. Was in der Praxis dazu führt, dass immer öfters der Text zu lesen ist „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar“.

Über 600 Videos will die Gema sperren lassen - und hat sich dazu die Erlaubnis der Künstler eingeholt. Die Google-Tochter YouTube verweist darauf, dass man mit vielen europäischen Ländern einvernehmliche Regelungen getroffen habe. Und es klingt der Vorwurf mit, dass die Gema überzogene Forderungen stelle. Ein Cent pro Klick, so wird gemunkelt, wolle die Gema. Zuviel, sagt YouTube.

Insgesamt ist die Gema für die Lizenzen von 63.000 Künstlern aus Deutschland zuständig. Der aktuelle Streit mit YouTube wird auch für andere Musikportale Konsequenzen haben. Konsequenzen, die nicht im Interesse der Internet-User und (zumeist) auch nicht im Interesse der Musiker liegen.

Glücklicherweise gibt es Bands, die erkannt haben, welches Potenzial das Internet bietet. Und Titel oder ganze Alben bewusst online stellen. Die Erfahrungen der jüngeren Zeit haben gezeigt, dass dies dem Kauf von CDs bzw. DVDs keinen Abbruch tut – eher ist das Gegenteil der Fall.

Von daher ist nicht auszuschließen, dass sich die Gema mit ihren hartnäckigen Forderungen mittelfristig selbst ins Abseits katapultiert, weil viele Musikschaffende zeitgemäßer agieren, als es der Gema-Apparat derzeit kann.








myby.de

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