Donnerstag, 12. August 2010

Da heult sogar der Amtsschimmel

Immer einmal wieder lesen oder hören wir von Sachverhalten, die wir unter dem Wort Bürokratie abhaken. Sei es aus Mangel an Detailkenntnis oder aus Gewohnheit - sprich: Erfahrung.

Zum Beispiel habe ich gelernt, dass es versicherungsrechtliche Gründe sind, weshalb ein Schneepflug der Kreisstraßenmeisterei in den Ortsdurchfahrten sein Schiebeschild anhebt und erst außerhalb des Ortes wieder absenkt.

Nun haben wir aber Sommer und der Winterdienst ist gegenwärtig nicht unterwegs. Aber an diese Geschichte musste ich denken, als ich jetzt den Bericht der Freiwilligen Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall im Heimatort in der letzten Woche las.

Ich fasse diesen staatlich sanktionierten Schwachsinn einmal mit meinen Worten zusammen: Nur weil sich ein Verkehrsunfall, bei dem Benzin auslief, wenige Meter nach dem Ortsausgangsschild ereignete, mussten die Autofahrer zweieinhalb Stunden länger mit einer Vollsperrung der Straße vorlieb nehmen, als es nötig gewesen wäre.

Interessant ist das Thema auch unter dem Aspekt der gegenwärtig laufenden "Optimierung" von Polizei und Rettungsdiensten, die aus der Fläche abgezogen und zentralisiert werden. Wenn das Ergebnis dieser Aktivitäten ebenso "überzeugend" ausfällt, dann fällt mir echt nichts mehr ein.

Allerdings habe ich das dumpfe Gefühl, dass dieser Trend auch anderswo zu erleben ist...

UPDATE

Gerade las ich in der Regionalzeitung, dass am letzten Wochenende der Bürgermeister von Amtsberg/Dittersdorf per Rettungsleitstelle seine Feuerwehrleute zur Hochwasser-Lagebesprechung herbeirufen hatte. Zu seinem Erstaunen erschien die Feuerwehr aus Dittmannsdorf. Wissen muss man dazu, dass die Rettungsleitstelle in Marienberg eingespart wurde - Annaberg, ein ganzes Stück weiter vom Schuss, hat jetzt den Hut auf.

In diesem Fall kann man über den Fehler noch schmunzeln und ein umsonst alarmierter Feuerwehrmann meinte auch locker: "Auf diesem Weg konnte ich gleich mal frische Brötchen eines andern Bäckers probieren". Im Ernstfall lacht dann jedoch keiner mehr, wenn im Schadensfall Retter im falschen Ort alarmiert werden oder umgekehrt in einen falschen Ort fahren. Ein weiteres Beispiel der "Optimierung" von Strukturen im Rettungswesen, den ich im Beitrag meinte.









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