Dienstag, 31. August 2010

Was gegen das Löschen inaktiver Domains spricht

Wer kennt das nicht: Da hat man – aus einer spontanen Idee oder aus einem vermeintlich konkreten Projekt heraus eine Domain beantragt. Und das vielleicht mehrere Male. Irgendwann merkt man, dass aus dem Dutzend Domains nur drei, vier tatsächlich aktiv genutzt werden können – die anderen kosten nur Geld (wenn auch wenig) und schlummern ungenutzt vor sich hin.

Der einfachste Weg ist es, die Domains zu kündigen. Das ist der Regel einfach und unkompliziert – lediglich die Vertragslaufzeiten sind zu beachten. Doch Vorsicht: Wenn die Domain Namen bzw. Namensbestandteile enthält und die Domain vorher einen gewissen Bekannheitsgrad erreicht hat, sollte man sich dies zweimal überlegen: Solche Domains werden sofort von Vermarktungsfirmen (wie z.B. Sedo) aufgekauft und zur „Nachnutzung“ angeboten.

Hier ein Auszug dessen, was Sedo aktuell mit dem Namen „Meier“ anbietet. 
 Quelle: Sedo


Was dann in der Praxis geschehen kann, ist hier nachzulesen.

Friedbert Pflüger hatte ein Blog am Laufen, stellte diesen aber nach seiner Abkehr aus der Politik ein und gab die Domain auf. Inzwischen ist die Domain wieder online - mit Links zu Partnerschaftsbörsen und der NPD.

Dass das Negativ-Image auf den vorherigen Inhaber zurück schlägt, steht außer Frage. Zumindest dann, wenn die Domain bzw. der Inhaber bekannt waren bzw. sich im Web einen Namen gemacht haben.

Von daher sollte man sich überlegen, welche Informationen die Domain selbst vermittelt. Erlaubt sie die Zuordnung auf eine Person, war sie in der Vergangenheit stark frequentiert, wurde eventuell die zugehörige(n) Mail-Adresse(n) intensiv genutzt? Diese und weitere Kriterien sollten in die Entscheidungsfindung einfließen, bevor man eine Domain löscht – und damit freigibt. Letztlich können die gesparten 5.- bis 10.- EUR pro Jahr (ohne Webspace) zu mehr Ärger führen, als es die Einsparung wert ist.











myby.de


Montag, 30. August 2010

Grüne Autos sind schön leise – zu leise

Mit „Grünen Autos“ ist nicht die Lackfarbe gemeint, sondern eine Zusammenfassung der Hybridfahrzeuge, reinen Elektroantriebe sowie der Fahrzeuge mit Brennstoffzellen. Kurzum: Die Fahrzeuge, die man als umweltfreundlich bezeichnet und die unsere Mobilitätsgarantie in der Zukunft sein sollen.

Die leise surrenden Flitzer brauchen keine Lärmschutzwände mehr, auch können sich die Bewohner in den Innenstädten freuen, dass es nicht nur abgasfrei zugeht, sondern auch fast geräuschlos.

Dumm nur, dass aktuelle Studien jetzt an den Tag brachten, dass die Unfallgefahr durch diese Leisetreter enorm ansteigt. Ob Fußgänger oder Radfahrer: Bislang konnte man ein heran nahendes Fahrzeug hören und entsprechend reagieren. Das fällt mit diesen Öko-Fahrzeugen nunmehr weg. Entsprechend steigt die Unfallgefahr.

Hinzu kommt, dass viele Fahrer ungern auf den typischen Sound verzichten wollen. Es geht also um die Geräuschkulisse innerhalb und außerhalb des Autos. An beidem wird gearbeitet.

Tesla Roadster Engineering Prototype
Urheber:  fogcat5
Tesla hat für seine E-Sportwagen Sound-Designer in die Spur gesetzt, die Fahrgastzelle über Bordlautsprecher mit einem dem Fahrverhalten angepassten Sound „bespielen“.

Lotos entwickelte ein System für seine Hybridfahrzeuge und Elektroautos das Motorengeräusch simuliert. Lautsprecher hinter dem Kühlergrill strahlen das Geräusch nach vorn ab. Toyota bringt ein ähnliches Krawallsystem für seine Hybrids zum Nachrüsten – Preis rund 170.- EUR.

Inzwischen springen die ersten Tuning-Firmen in diese Marktnische und generieren den Sound nach Wunsch. Man sollte sich daher nicht wundern, wenn man künftig einen Porsche hört und dann einen Smart sieht.

Es wird also weiterhin Lärmschutzwände geben müssen und auch die Innenstadtbewohner haben sich zu früh gefreut.

Ich meine: Was jeder innerhalb seines Autos für eine Geräuschkulisse bevorzugt – so er mit der Stille nichts anzufangen weiß – ist seine Sache. Wenn aber „getunte“ Motorengeräusche nach außen geblasen werden, sollte man schon hinterfragen, ob es keine anderen Lösungen gibt. Denn zur eingangs erwähnten Umweltfreundlichkeit gehört für mich nicht nur der Energieträger, sondern auch die Geräuschkulisse.








AutoScout24 - Europas großer Automarkt



Sonntag, 29. August 2010

Wochenrückblick 4. Augustwoche 2010

Das Superpasswort für alles – pro und kontra

Fast Jeder dürfte damit konfrontiert sein und gelegentlich an Grenzen stoßen – mit den diversen Nutzernamen und Passwörtern sowie PINs.

Das beginnt beim Mail-Konto und reicht über das Anmelden am Handy und am PC über die Zugangsdaten für Web-2.0-Plattformen, eigene Blogs, den FTP-Zugang bis zur PIN für EC- und Kreditkarten. Und damit ist die Aufzählung beileibe noch nicht vollständig...

Das Ganze potenziert sich noch, wenn man auch für Kunden arbeitet und deren Daten quasi mit verwaltet. Die Gefahr, dass man irgendwann am Geldautomaten steht und nicht an Bargeld kommt, weil einem plötzlich partout die PIN nicht einfallen will, ist durchaus real.

Für das Dilemma bieten sich diverse Softwarelösungen an, die die sichere Verwaltung aller Passwörter versprechen. Natürlich nützt die Software im letztgenannten Fall nichts, wenn sie auf einem Computer läuft und man nicht zufällig mit dem Notebook zur Sparkasse geht. ;-)

Es gibt Kaufprogramme und es gibt Freeware, die allesamt das Gleiche versprechen: Absolute Sicherheit. Ein solches Gratisprogramm ist beispielsweise „KeePass Password Safe“. Geeignet für Windows, Linux und Mac sowie weiteren Betriebssystemen. Es kann hier herunter geladen werden.



Das gute an dem Programm (auch in deutsch erhältlich): Man muss sich kein ellenlanges (=sicheres) Passwort merken, sondern kann die aus einem leicht zu merkendem Passwort plus einer beliebigen Datei (zum Beispiel einem bestimmten Digitalfoto) zusammen setzen. Daher: Man gibt das Passwort ein und wählt anschließend die entsprechende Datei aus. Anschließend kann man die Datenbank mit den relevanten Daten befüllen.

Diese und andere Softwarelösungen klingen zunächst überzeugend. Doch um ehrlich zu sein: Ich habe ein ungutes Gefühl, alle sicherheitsrelevanten Daten in einem Programm abzulegen. Dafür gibt es mehrere Gründe, über die man durchaus diskutieren kann:

1) Meist ist mir das Unternehmen unbekannt, welches solche Programme anbietet.
2) Auch kenne ich nicht die Motivation, ein solches Programm gratis anzubieten.
3) Habe ich nicht wirklich die Kontrolle darüber, ob nicht bei bestehender Internet-Verbindung die Daten „abgesaugt“ werden .
4) Besteht die Gefahr, dass man mit der Zeit die dezentral abgelegten Originalquellen der Passwörter verlegt bzw. vergisst.

Auch hier dürften sich bei längerem Nachdenken noch weitere Argumente finden lassen.

Kurzum: Mir erscheint die dezentrale Speicherung bzw. Ablage sicherheitsrelevanter Daten die bessere Variante zu sein. Kreditkarten-PINs gehören in den Wohnungssafe, nicht auf den PC. Webrelevante Daten kann man auf einer Speicherkarte bzw. einem Stick ablegen, die nicht permanent mit dem PC verbunden sind.

Eine Bewertung der einzelnen Softwarelösungen, die von gratis bis knapp 50.- EUR reichen, will und kann ich an dieser Stelle nicht vornehmen. Für mich jedoch sind sie allesamt keine Alternative zu einem überlegtem, persönlichen Sicherheitskonzept.

Gern lese ich in den Kommentaren, was Andere für Erfahrungen gemacht haben bzw. wie sie das Problem für sich lösen – also auch pro oder kontra zu solchen Softwarelösungen...










Samstag, 28. August 2010

Die Gema und das Internet – Streit mit YouTube

2007 hatte die Gema mit YouTube einen Vertrag abgeschlossen, der die Lizenzgebühren für Musikstücke beinhaltete. Dieser Vertrag lief im März 2009 aus – seither verhandelte man über eine neue Lizenzregelung. Allerdings erfolglos: Im Mai brach die Gema ihrerseits die Verhandlungen ab und beantragte eine einstweilige Verfügung gegen die Video-Plattform.

Seit März 2009 zahlt YouTube keinen Cent mehr an die Gema. Was in der Praxis dazu führt, dass immer öfters der Text zu lesen ist „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar“.

Über 600 Videos will die Gema sperren lassen - und hat sich dazu die Erlaubnis der Künstler eingeholt. Die Google-Tochter YouTube verweist darauf, dass man mit vielen europäischen Ländern einvernehmliche Regelungen getroffen habe. Und es klingt der Vorwurf mit, dass die Gema überzogene Forderungen stelle. Ein Cent pro Klick, so wird gemunkelt, wolle die Gema. Zuviel, sagt YouTube.

Insgesamt ist die Gema für die Lizenzen von 63.000 Künstlern aus Deutschland zuständig. Der aktuelle Streit mit YouTube wird auch für andere Musikportale Konsequenzen haben. Konsequenzen, die nicht im Interesse der Internet-User und (zumeist) auch nicht im Interesse der Musiker liegen.

Glücklicherweise gibt es Bands, die erkannt haben, welches Potenzial das Internet bietet. Und Titel oder ganze Alben bewusst online stellen. Die Erfahrungen der jüngeren Zeit haben gezeigt, dass dies dem Kauf von CDs bzw. DVDs keinen Abbruch tut – eher ist das Gegenteil der Fall.

Von daher ist nicht auszuschließen, dass sich die Gema mit ihren hartnäckigen Forderungen mittelfristig selbst ins Abseits katapultiert, weil viele Musikschaffende zeitgemäßer agieren, als es der Gema-Apparat derzeit kann.








myby.de

Freitag, 27. August 2010

Fritzbox, Avira, Portscan & Probleme


Wer sich eine Fritzbox (oder bestimmte andere Router) zulegt und Avira Antivirus (Premium Seurity Suite unter Windows) nutzt, wird bei Nutzung der Standardeinstellungen gegebenenfalls vor ein Problem gestellt:


Irgend wann kommt die Avira-Information:


Überprüfter Port:
IP-Adresse des Angreifers: 192.168.178.1.

und danach

Hinzugefügte Regel:
Grund: Ein Portscan wurde erkannt
Zugriff: Ablehnen
IP-Adresse: 192.168.178.1
Name der Regel:TCPPortScannerBlocked_192.168.178.1.

Danach ist das Internet quasi tot – allerdings nur für die voreingestellte Zeit (20 Minuten). Nach Ablauf dieser Zeit bringt Avira eine weitere Meldung:

Regel TCPPortScannerBlocked_192.168.178.1 für Adapter LAN-Verbindung 2* ist ungültig und wurde gelöscht.

*Die Zahl kann abweichend sein.

Vielleicht erst einmal zur Erklärung, was hier genau geschieht: Zum Schutz des Computers vor Port-Scanning enthält die Firewall von Avira eine Funktion, um mögliche Angriffe aus dem Internet abzuwehren. Einige Router – wie eben die Fritz-Box - stellen viele Netzwerk-Dienste zur Verfügung, so dass in kurzer Zeit sehr viele verschiedene Netzwerk-Pakete an die verbundenen Computer versendet werden. Dies wird in den gechilderten Fällen als Port-Scanning interpretiert und Avira FireWall blockiert diese Netzwerk-Pakete sicherheitshalber.

Sucht man im Web, scheinen viele mit dem Problem konfrontiert. Und es gibt mehr oder minder hilfreiche Ratschläge. So findet sich die Empfehlung, ein Feintuning der Fritz-Software vorzunehmen. Dies ist unnötig.

Avira selbst empfiehlt:

1. AntiVir Hauptfenster → Extras, Konfiguration → Expertenmodus aktivieren
2. Eintrag Firewall → Adapterregeln öffnen
3. Ggf. Regel mit der IP des Routers entfernen
4. Netzwerkadapter zum Router auswählen
5. TCP Port-Scan und UDP Port-Scan, jeweils den Wert 50 auf 70 erhöhen
6. Einstellungen mit OK übernehmen

Dies ist für viele Durchschnittsnutzer ziemlich kompliziert, aber – so meine Erfahrung – auch nicht nötig: Es reicht, Punkt 5 durchzuführen, um das Problem zu lösen. Ich habe dies an drei verschiedenen Rechnern entsprechend realisiert und seither keine Zwangspause mehr.

Bei zwei offenen Browserm (darunter Mozilla mit jeder Menge Tabs), ICQ und einer Twittersoftware, welche die API vom Twitter nutzt, läuft mit dem Wert 70 alles problemlos.

Hinweis: Wer als Admin einen Benutzer eingerichtet hat (immer sinnvoll) kann die Änderungen nicht als Benutzer, sondern nur als Admin durchführen.

Sollte jemand wider Erwarten weitzerhin Probleme haben, so gibt es mehrere Alternativen:

- den Wert (siehe Punkt 5) auf 90 erhöhen;
- die Avira-Empfehlung befolgen oder
- die Zwangspause auf 60 sec. begrenzen.

Letzteres kann zugegeben nur eine Notlösung sein. Zwar geht die Verbindung zu den aktiven Webdiensten meist nicht verloren. Aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu störenden Nebeneffekten kommt.

Ach ja: Hier werkelt eine Fritzbox WLAN 7270. Allerdings entnahm ich diversen Forenbeiträgen, dass das Problem auch auf andere Router von AVM zutrifft.

Viel Erfolg allen, die meine Hinweise umsetzen wollen. Über ein Feedback freue ich mich natürlich. ;-)










Mittwoch, 25. August 2010

Die Atom-Lobbyisten und das Internet

Anfang der Woche starteten sie mit einer Ganzseitenanzeige ihre Kampfansage gegen die Regierung und einen Meinungsbildungsversuch auf das gemeine Volk. Gemeint ist die Initiative „Energiezukunft für Deutschland“. Sie – die Lobbyisten der Atomkraft sowie ein paar „Promis“, bei denen man sich fragt, wie diese in die illustere Unterzeichnerrunde kommen.

Letzteres soll jedoch nicht Blickpunkt der Betrachtung sein. Vielmehr habe ich einmal geschaut, wie die Macher – neben den Holzmedien – im Web zugange sind.

Gefunden habe ich eine Fanseite bei Facebook, die ziemlich anonym daher kommt und gerade einmal (Stand 25.08.10) 10 Anhänger bzw. Fans hat.

Und dann gibt es noch eine Website http://www.energiezukunft-fuer-deutschland.info/ , die laut Impressum von einem Verein unter Verantwortung einer Stephanie Schunk betrieben wird.

Dort haben (ebenfalls Stand 25.08.10) bislang 6387 Befürworter ihre Zustimmung hinterlassen. Die Website wurde von der Agentur Hung von Matt, Elbe – einem der Stammdienstleister von RWE – gestaltet.

Mein Fazit: Den Auftritt bei Facebook kann man als missglückten Versuch abhaken, sofern da nicht noch gravierendes geschieht. Und die genannte Info-Site ist im wesentlichen eine 1:1-Kopie des Print-Inserates.

Wenn man sich um die Energieversorgung der Zukunft ebenso wenig Gedanken macht, wie um die Ausgestaltung des „Energiepolitischen Appells“, dann bin ich schon fast geneigt, die Promi-Unterzeichner zu bedauern, die nicht aus den Reihen der Energiewirtschaft kommen.







Freitag, 20. August 2010

Die 40-Euro-Klausel in Online-Shops

Wer eine Online-Shop betreibt muss auf viele Dinge achten, um nicht über juristische Fallstricke zu stolpnern. Das Reizwort heißt Abmahnung.

Besonders wichtige Elemente sind dabei AGB, Widerrufsrecht (oder Rückgaberecht) und die sogenannte 40-Euro-Klausel.

Was der Unterschied zwischen Widerrufs- und Rückgaberecht ist und was eigentlich die 40-Euro-Klausel im Detail bdeutet, habe ich in diesem Beitrag einmal näher beleuchtet.

Dazu gibt es entsprechende weiterführende Links, auch zu aktuellen Gerichtsurteilen.

Die Gesetzgebung versucht, das reale Leben (und den Handel) im Internet nachzubilden und möglichst verbraucherfreundliche Regelungen zu schaffen. Inzwischen ist leider eine Situation enstanden, die den Online-Handel komplizierter macht, als beispielsweise den Verkauf auf einem Flohmarkt. Dort haben sowohl private als auch gewerbliche Anbieter weitaus weniger Stress.

Sicher: Spiegregeln sind notwendig, um einen geregelten Geschäftsverkehr im Internet überhaupt zu ermöglichen. In Anbetracht der Tatsache, dass das seit 11.Juni 2010 geltende Widerrufsrecht wieder nur eine temporäre Lösung und in weiterer Bearbeitung ist, stellt sich schon die Frage, ob die Juristen im Dienste des Staates ihren Aufgaben überhaupt gewachsen sind.

Erinnert sei nur an die Tatsache, das die veröffentlichte Musterwiderrufsbelehrung der zuvor aktuellen Version selbst fehlerhaft war und nicht vor Abmahnungen schützte.

Ich bin gespannt, wann die gesetzgebenden Organe des Staates endlich über internetkompatible Mitarbeiter verfügen, die sich ihres Tuns bewusst sind. Betrachte ich die Wortmeldungen zu Streetview, scheint dies noch eine ganze Weile zu dauern...







Donnerstag, 19. August 2010

Skype ist nicht mehr abhörsicher

Über Jahre hielt sich – und das in der Vergangenheit auch wohl mit Recht – die Legende, dass Skype so gut verschlüsselt sei, dass ein Abhören der über mit diesen Internet-Dienst geführten Gespräche nicht möglich wäre.

Die VoIP-Kommunikation (Voice over IP) galt und gilt vor allem als günstige, da kostenfreie Alternative z.B. für Ferngespräche in das Ausland.

Inzwischen hat man bei Wikipedia den Beitrag aktualisiert und kann dort lesen: „2010 wurde bekannt, dass staatliche Stellen in Deutschland Skype heute genauso abhören können wie das normale Telefon. Skype-Abhörprotokolle wurden bereits vor Gericht verwendet.“

Grund für die Änderung des Wikipedia-Eintrages könnte ein Posting von RA Udo Vetter in seinem law blog  sein, wo er aus eigener Erfahrung schildert, dass das Abhören von Skype-Gesprächen durch Ermittler inzwischen gängige Praxis ist und auch bereits Skype-Abhörprotokolle vor Gericht Verwendung fanden.

Wie die doch so aufwändige Verschlüsselung geknackt wird, darüber mögen sich Fachleute oder Kaffeesatzleser Gedanken machen.

Mir beweist es, dass die Regierenden nicht ohne Grund publikumswirksam gegen Facebook und Google agieren, während im Hintergrund ganz andere Dinge umgesetzt werden. Auch wenn ich mit differenzierter Kritik an diesen beiden und anderen Unternehmen nicht hinter den Berg halte, so ist StreetView gegenüber Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner oder Gesprächsmitschnitten u.a. mehr doch eher ein harmloser Diavortrag aus den späten 70ziger Jahren.








AutoScout24 - Europas großer Automarkt



Mittwoch, 18. August 2010

Wie man den USB-Stick zum Arbeitsspeicher macht

Wenn der Rechner mit seiner Performance in die Knie geht, ist oftmals fehlender Arbeitsspeicher die Ursache. Nun gibt es die Option, Geld in die Hand zu nehmen, um den RAM aufzurüsten. Doch ist es nicht Jedermanns Sache, am Computer herum zu "schräubeln". Hinzu kommt, dass sich vorhandener und neuer RAM nicht zwangsläufig vertragen müssen – auch wenn Inkompatibilitäten im Vergleich zu früher seltener geworden sind.

Dabei bietet sich unter Windows 7 eine einfache Alternative, USB-Speichersticks als Arbeitsspeicher mit zu nutzen. Da dieser Flash-Speicher deutlich schneller arbeitet, als normale Festplatten, wird der Rechner spürbar flotter. Natürlich muss der Stick über ausreichend freien Speicherplatz verfügen.

So funktioniert es: Nach dem Anstecken des Sticks an einem USB-Anschluss wird die Option „System beschleunigen“ ausgewählt, anschließend über „Eigenschaften“/ReadBoost“ die Feineinstellung vorgenommen.

Dabei hat man zwei Möglichkeiten: Per „Dieses Gerät für ReadyBoost reservieren“ wird der gesamte freie Speicherplatz für die Systembeschleunigung verwendet, wobei gespeicherte Dateien erhalten bleiben und nicht etwa überschrieben werden. Alternativ kann man per „Dieses Gerät verwenden“ mittels Schieberegler die gewünschte Speicherkapazität festlegen.

Microsoft empfiehlt ein Verhältnis von 1:1 bis 1:3 zwischen echten Arbeitsspeicher und ReadyBoost. Was beispielsweise bedeutet, dass bei 2 GB vorhandenem RAM der ReadyBoost-Speicher zwischen 2 und 6 GB betragen sollte.

Mit „Übernehmen“/“OK“ wird der Vorgang abgeschlossen und ab da steht die Performance-Hilfe dem Computer zur Verfügung.

Wechselt man per Explorer oder über „Computer“ in den entsprechenden Wechseldatenträger, sieht man die Datei ReadyBoost.cfcache und die reservierte Größe.

Verständlich ist sicher, dass der Performance-Gewinn um so auffälliger wird, desto schneller der Speicherstick ist. Also: Einfach einmal ausprobieren. Ich wünsche viel Erfolg!






Dienstag, 17. August 2010

Samsung: Gute Handys, schlechte Software

Ob Samsung S5230 Star, SGH-I550 SGH-ZM60, SGH-D900, Galaxy i7500 Corby S3650 oder ein anderes Handy aus der aktuellen Modellpalette von Samsung – egal eigentlich, was für ein Gerät man erworben hat: Sie alle nutzen „SAMSUNG New PC Studio“ als Schnittstelle zum Computer. Und treiben mit dieser bescheidenen Software die Nutzer reihenweise in die Verzweiflung, wie man bei Recherchen in Web in diversen Foren und „Kummerkästen“ lesen kann.


Bis Dezember 2009 wurde Windows 7 offiziell gar nicht unterstützt, zum 24.12.2009 gab es mit Version 1.5.1.10064_2 ein Software-Update, welches nun auch Windows 7 berücksichtigt. Theoretisch zumindest, denn in der Praxis ist das Programm weiterhin nicht in der Lage, eine vernünftige Verbindung per USB herzustellen. Da hilft es auch nicht, die Software im XP-Modus zu starten: Während im Handy selbst die Verbindung erkennt und anzeigt, verweigert die Software am PC die Anzeige der bestehenden Verbindung.

Es scheint, dass man nur mit zwei Optionen weiter kommt: Entweder am Handy „Massenspeicher“ einstellen – so kann man zumindest eine Verbindung aufbauen und Daten hin- und her schieben, um sie dann (wenn sie aufs Handy geschoben wurden), per Handy-Menü in die richtigen Zielordner zu verschieben. Oder man hat (wie ich) das Glück, noch einen Zweit-PC nutzen zu können, auf dem Windows XP installiert ist – dann tut die Software, was sie soll.

Auch im Forum von samsungmobile.de häufen sich die diesbezüglichen Anfragen – von Support-Mitarbeitern gibt es die lapidare Ansage: Alles deinstallieren, PC rebooten. PC Studio neu installieren, PC rebooten. PC Studio starten und dann mit dem Handy verbinden.

Ja und? Dieses Spielchen kann man tagelang betreiben – es löst die Probleme nicht!

Ich hatte - mit einem Vorgängerhandy von Samsung - noch die ältere Software „PC Studio 3“ auf dem Rechner. Nicht nur, dass die Software von der Oberfläche und der Bedienung flüssiger und überzeugender erschien – sie lief auch bis MS Vista problemlos.

Da Samsung, erkennbar an der Geräte- und Preispolitik, den Massenmarkt dominieren möchte, sollte man mit dieser unübersehbaren Massenkritik anders umgehen, als bisher geschehen. Sprich: Die Software so nachbessern, dass sie – wie die anderer Anbieter – problemlos läuft.

Bei der Gelegenheit: Auch die Firmware hat eine Überarbeitung nötig, denn viel Anwender haben – wie ich - die Erfahrung gemacht, dass die Bluetooth-Verbindung beim S5230 und anderen Geräten zu Freisprecheinrichtungen im Auto nur kurzzeitig funktioniert. An den Gegenpart-Geräten im Auto kann es - zumindest bei mir - nicht liegen, da es mit dem Vorgänger-Samsung noch immer problemlos funktioniert.

Jede Menge Geräte auf den Markt zu werfen, ist das Eine. Funktionierende Software mitzugeben, damit diese Geräte auch sinnvoll genutzt werden können, das Andere. Deshalb, liebe Kollegen von Samsung: Macht eure Hausaufgaben, sonst laufen euch irgendwann die Kunden davon.

Die Google-Zeitleiste spricht eine klare Sprache, wie ich finde.








AutoScout24 - Europas großer Automarkt


Montag, 16. August 2010

Selbsternannte Aktivisten spielen digitale Scharfschützen

Man mag zu StreetView stehen wie man mag – es begrüßen oder es ablehnen. Ich selbst habe eine differenzierte Meinung dazu, da ich ein pauschales Ja/Nein für zu simpel halte.

Letztlich ist es ein Unterschied, ob Häuserschluchten in der Großtadt oder einsame Einzelgrundstücke auf dem Land abgefahren und abgelichtet werden. Ob letzteres durch Google in absehbarer Zeit überhaupt geplant ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Manch ein Landgasthof mit Übernachtung wäre sicher ganz froh, bei Google mit zu erscheinen. Wer auf dem Land lebt und seine Hecke im Jahr nur einmal schneidet und kein Geld für einen neuen Außenputz hat, sicher eher weniger. Zumal die Zuordnung zu Personen hier viel einfacher ist, als in der städtischen Bebauung.

Insofern begrüße ich den Kompromiss, dass jeder für sich selbst entscheiden kann, ob sein Haus/Grundstück bei StreetView erscheint oder nicht.

Völlig unverständlich ist für mich hingegen die Aktion "Panoramafreiheit – Resthäuser fotografieren" , die dazu aufruft, dass sich freiwillige Fotografen bundesweit um „fehlende“ Häuser kümmern sollen. Quasi als Heckenschützen unter Berufung auf die Panoramafreiheit soll eine Art Pranger erstellt werden, auf dem die bei StreetView auf Eigentümerwunsch gefilterten Objekte „nachgereicht“ werden.

Dass das Ganze mehr als eine Spaßaktion ist, zeigen einige Kommentare, wo Namen von Politikern und Promis benannt und ausgetauscht werden.

„Ex-Bundespräsident Walter Scheel hat eine Wohnung in der K...straße 14 in B... . Wenn ich demnächst mal in der Gegend bin, wird das Haus fotografiert. Und Otto Schily hatte eine Wohnung am Sch... , Nummer irgendwas wie 72. Die Polizei stand da immer vor dem Haus. Das sollte der Hauptspaß werden“

„Menschen, die die größten Datensammlungen aller Zeiten ( Schufa und Vorratsdatenspeicherung) befürworten, sich selbst und ihren asozialen Reichtum aber verbergen wollen, müssen beobachtet werden. Und bitte anständig taggen, damit man die Herrschaften auch findet."
Anmerkung: Adresskürzung durch mich.

Für mich ist dies eine der fragwürdigsten Aktionen, die mir seit langem untergekommen ist und ich kann nur geltungsbedürftige Möchtegern-Papparazis erkennen, die auf unterstem Level auf Stunk aus sind. Vielleicht auch noch auf Anerkennung in einer Art Wettbewerb nach dem Motto „ich hab’ das Haus von Fritz Meier als erster entdeckt“.

Kurzum: Diese Aktion ist in meinen Augen der absolute Schwachsinn ohne erkennbaren direkten oder indirekten Nutzen für die Allgemeinheit, auch kann ich keine wirkliche Botschaft dahinter entdecken. Ich warte da lieber auf eines der Google-Autos. Und sollte einer dieser zur Zeit 237 eingeschriebenen Teilnehmer einmal bei mir auftauchen, dann kann ich nicht ausschließen, dass er dumm stolpert und ihm dabei die Kamera aus der Hand fällt...

Update
Die Karawane der schießwütigen Fotografen zieht weiter und ist nun unter http://streetview.mixxt.de/ zu finden. Originaltext: "Hier können sich diejenigen austauschen und koordinieren, die dem Recht auf einen Digitalen Öffentlichen Raum Nachdruck verleihen werden, indem sie alle auf Google Streetview verpixelten Gebäude selbst fotografieren und online mit offen zugänglichen Geo-Diensten verbinden werden.".










myby.de

Sonntag, 15. August 2010

Wochenrückblick 2. Augustwoche 2010


08. August - Bericht über die 17. Nacht im Klein-Erzgebirge in Oederan



11. August - Vorder- und Hintergründiges zu KiK

12. August - Da heult sogar der Amtsschimmel

13. August - Mauerbau und Mindestlohn

14. August - Eumex 401 - eine neue Telefonanlage mit Software von Gestern

15. August - Die Empfehlung: Free Download Manager (FDM)

Abschließend noch der Aufruf, sich der Initiative "Pro Netzneutralität" anzuschließen.

Informationen zum Thema

Erklärung und Erstunterzeichner

Initiative mitzeichnen

Optimal downloaden mit dem Free Download Manager (FDM)

Ich gebe zu: Es hat lange gedauert, bis ich mich für einen externen bzw. zusätzlichen Downloader entschieden habe – hat es doch unter Mozilla fast immer auch so geklappt. Das „fast“ war dann auch der Auslöser: Immer, wenn Mozilla einmal abschmierte (bei mehr als 60, 70 offenen Tabs passiert das schon mal), waren auch die gerade laufenden Downloads verloren.

Kurzum: Vor einiger Zeit habe ich den Free Download Manager  (FDM) installiert und bin mit diesem kostenlosen Programm mehr als zufrieden. Es klinkt sich problemlos in Mozilla ein und speichert in einem Ordner der eigenen Wahl (Voreinstellung: c:\downloads). Will man – zum Beispiel bei kleinen Tools oder PDFs – auf FDM verzichten, so klickt man einfach auf abbrechen und der Downloader des Browsers übernimmt die Arbeit wie gewohnt (beispielsweise PDFs gleich öffnen).


Natürlich funktioniert FDM nicht nur mit Mozilla, sondern auch mit den anderen gängigen Browsern (auch Safari und Chrome). Unterstützt werden die Betriebssystem von Windows 98 bis Windows 7, die Software hat eine englische und deutsche Oberfläche.

Ob der Download wie angegeben um bis zu 600 Prozent schneller wird, hängt natürlich von der nutzbaren Bandbreite und der Download-Quelle ab. Das Programm ist aber nicht nur für die Wiederaufnahme abgebrochener Downloads zuständig (soweit der Server das unterstützt), sondern versteht sich auch bestens mit Rapidshare, YouTube und ähnlichen Diensten. Auf Wunsch werden ganze Webseiten herunter geladen, auch wird HTTP, HTTPS und FTP unterstützt. Zusätzlich lässt sich für Downloads ein Zeitplan einrichten.

Fazit: Der Free Download Manager verdient es, installiert und getestet zu werden. Ich bin mir sicher, dass daraus für viele eine langfristige Nutzung wird.

Downloadquellen:
http://www.freedownloadmanager.org/download.htm
http://www.winload.de/download/free-download-manager-112169










Samstag, 14. August 2010

Eumex 401 - ein Schritt vor, zwei zurück

Als nach einem heftigen Gewitter das Telefonnetz nicht mehr zu benutzen war, musste die Telekom ran - was aufgrund der vielen Ausfälle in der Region einige Zeit dauerte. Aber nach einiger Wartezeit waren die Leitungen durchgepustet und funktionierten wieder. Dabei stellte sich heraus, dass sich trotz Überspannungsschutz die (gut 10 Jahre alte) Telefonanlage verabschiedet hatte. Es war eine Eumex 404 PC, deren Konfiguration eh nur noch mit seriellem Anschluss funktionierte (wofür ein altes Notebook in Reserve stand) - also Anlass, nach Alternativen zu suchen.

Der Telekom-Techniker empfahl mir am Telefon die Eumex 401 als Nachfolger und bot mir an, die Zusendung eines solchen Gerätes in die Wege zu leiten. Da mir dran gelegen war, schnell wieder arbeitsfähig zu sein, verzichtete ich auf weitere Recherchen und stimmte zu. Was sich in der Folge als großer Fehler erweisen sollte.

Denn hardwaremäßig entsprach die Eumex 401 durchaus ihrem Vorgänger, aber die Konfiguration und Handhabung per Software ist mehr als ein Schritt zurück. Zwar ist die Schnittstelle nicht mehr seriell, sondern USB, aber genau da beginnen die Probleme: Es gibt - Monate nach Einführung von Windows 7 - keine Treiber für das Gerät, welche ein 64-Bit-Windows unterstützen (dies gilt auch für Vista).

Allerdings kann man man mit einem Trick dennoch die Kommunikation zwischen Telefonanlage und PC herstellen: Man ignoriere den gerätespezifischen Treiber und verwende statt dessen aus der Liste des Betriebssystems:

"Microsoft Corporation“ / "NDIS-kompatibles Remotegerät".

Unter "Erweiterung" erfolgt dann die Angabe der Netzwerkadresse (IP).

Hat man erst einmal Zugriff auf das Gerät und kann die Software nutzen, folgt die nächste Enttäuschung: Rufweiterleitungen können nicht mehr (wie beim "Vorgänger") per Software eingerichtet werden. Es kann nur noch global für alle Nummern festgelegt werden, ob die Rufweiterleitung in der Anlage oder in der Vermittlungsstelle erfolgen soll. Die Rufweiterleitungen selbst können nur noch über ein angeschlossenes Telefon eingerichtet bzw. aktiviert und deaktiviert werden.

Damit befindet sich das Angebot der Telekom auf einen Stand von vor 2000 - und wird als aktuelles Produkt angepriesen!

Software und Treiber stammen aus August 2008, lediglich für Windows 7 / 32 Bit bietet die Telekom diese mit Stand Dezember 2009 an.

Da auch auf Nachfrage keine Aussage gemacht werden konnte, ob und wann die Software nachgebessert wird, kann das Fazit - auch unter Berücksichtung des Preises von 110.- EUR nur lauten: Finger weg, von diesem schrottigen Angebot, wenn man ein 64-Bit-Windows nutzt!



Freitag, 13. August 2010

Die Mauer und der Mindestlohn

Heute vor 49 Jahren, am 13. August 1961 wurde die innerdeutsche Grenze - im Volksmund "Mauer", auf DDR-Seite „antifaschistischer Schutzwall" genannt, errichtet und die Teilung Deutschlands manifestiert.

Erst 1989, also vor 21 Jahren hatte diese für Deutschland so leidvolle Geschichte mit dem Fall der Mauer ein Ende. Die innerdeutsche Grenze hatte real aufgehört zu existieren.

Schlimm ist nur, dass die Mauer in den Köpfen nicht weniger Menschen weiter existiert. Noch schlimmer ist, dass sie in den Köpfen unserer politischen Entscheidungsträger fest verankert scheint.

Wie anders ist zu erklären, dass man beschlossen hat, den Mindestlohn für Pflegehilfskräfte – den ich an sich für notwendig und gut erachte – noch für das Jahr 2013, also 24 Jahre nach dem Fall der Mauer bzw. 23 Jahre nach der Wiedervereinigung noch nach Ost und West differenziert zu gestalten?

Was geht in den Köpfen unserer Politiker vor, dass diese noch 2013 Pflegehilfskräften im Westen Deutschland pro Jahr fast 2000.- EUR mehr zubilligen als denen im Osten (bei angenommenen 8 Std./20 Tagen je Monat)?
Grafik: ZDF

Wenn die große Politik heute wieder ihre Statements zum 13. August 1961 und später - am 3. Oktober - zur Wiedervereinigung abliefert, dann wird man von dieser Blockade in den Politikerköpfen nicht viel hören bzw. lesen. Man erkennt sie nur anhand ihrer Entscheidungen, wobei der Mindestlohn in seiner Differenzierung nur ein Beispiel ist. Bei Bundeswehrsold bis hin zur Rente finden sich viele weitere Beispiele. Und dies, obwohl die Lebenshaltungskosten im Osten teilweise höher als im Westen sind: Bedingt durch den Wegzug der Jüngeren steigen die Fixkosten für Elektroenergie, Trink- und Abwasser und andere Aufwendungen in vielen Regionen Ostdeutschlands. Dieses Argument zieht also schon einmal nicht mehr.

Darüber hinaus kommt keiner auf die Idee, das bekannte Nord-Süd-Gefälle für die Differenzierung zum Beispiel des Mindestlohnes heran zu ziehen. Unstrittig ist, dass es immer regionale Unterschiede geben wird – sowohl was Löhne und Gehälter anbelangt als auch in Hinblick auf den Lebenshaltungsindex.

1990 und in den Folgejahren mag eine solche Ost-West-Differenzierung noch ihre Berechtigung gehabt haben – für 2010 und in den weiteren Jahren fehlen aus meiner Sicht jegliche Argumente.

1961 wurde eine Mauer errichtet, die aus Beton war. 1990 wurde sie durch eine andere ersetzt, die quasi unsichtbar ist.

Ich finde, es ist an der Zeit, endlich auch die Mauer in den Köpfen der Menschen im Allgemeinen und der Politiker im Besonderen nieder zu reißen. Erst dann ist die deutsche Einheit wirklich vollzogen.







Donnerstag, 12. August 2010

Da heult sogar der Amtsschimmel

Immer einmal wieder lesen oder hören wir von Sachverhalten, die wir unter dem Wort Bürokratie abhaken. Sei es aus Mangel an Detailkenntnis oder aus Gewohnheit - sprich: Erfahrung.

Zum Beispiel habe ich gelernt, dass es versicherungsrechtliche Gründe sind, weshalb ein Schneepflug der Kreisstraßenmeisterei in den Ortsdurchfahrten sein Schiebeschild anhebt und erst außerhalb des Ortes wieder absenkt.

Nun haben wir aber Sommer und der Winterdienst ist gegenwärtig nicht unterwegs. Aber an diese Geschichte musste ich denken, als ich jetzt den Bericht der Freiwilligen Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall im Heimatort in der letzten Woche las.

Ich fasse diesen staatlich sanktionierten Schwachsinn einmal mit meinen Worten zusammen: Nur weil sich ein Verkehrsunfall, bei dem Benzin auslief, wenige Meter nach dem Ortsausgangsschild ereignete, mussten die Autofahrer zweieinhalb Stunden länger mit einer Vollsperrung der Straße vorlieb nehmen, als es nötig gewesen wäre.

Interessant ist das Thema auch unter dem Aspekt der gegenwärtig laufenden "Optimierung" von Polizei und Rettungsdiensten, die aus der Fläche abgezogen und zentralisiert werden. Wenn das Ergebnis dieser Aktivitäten ebenso "überzeugend" ausfällt, dann fällt mir echt nichts mehr ein.

Allerdings habe ich das dumpfe Gefühl, dass dieser Trend auch anderswo zu erleben ist...

UPDATE

Gerade las ich in der Regionalzeitung, dass am letzten Wochenende der Bürgermeister von Amtsberg/Dittersdorf per Rettungsleitstelle seine Feuerwehrleute zur Hochwasser-Lagebesprechung herbeirufen hatte. Zu seinem Erstaunen erschien die Feuerwehr aus Dittmannsdorf. Wissen muss man dazu, dass die Rettungsleitstelle in Marienberg eingespart wurde - Annaberg, ein ganzes Stück weiter vom Schuss, hat jetzt den Hut auf.

In diesem Fall kann man über den Fehler noch schmunzeln und ein umsonst alarmierter Feuerwehrmann meinte auch locker: "Auf diesem Weg konnte ich gleich mal frische Brötchen eines andern Bäckers probieren". Im Ernstfall lacht dann jedoch keiner mehr, wenn im Schadensfall Retter im falschen Ort alarmiert werden oder umgekehrt in einen falschen Ort fahren. Ein weiteres Beispiel der "Optimierung" von Strukturen im Rettungswesen, den ich im Beitrag meinte.









Jetzt bestellen!

Mittwoch, 11. August 2010

KiK dir deine Meinung





Der Chefreporter des NDR Christoph Lütgert zeigt den Textildiscounter KiK, der wie kaum ein anderes Unternehmen expandiert. In über 2.800 Ladengeschäften werden Klamotten zu Billigstpreisen angeboten - Lütgert zeigt, wie diese zustande kommen - und wie Menschen dafür teuer bezahlen müssen.


Der Film lief in der vergangenen Woche in der ARD - KiK hatte vergeblich versucht, per Unterlassungsbegehrung die Ausstrahlung zu verhindern. Vor Gericht gewann der NDR das Verfahren.

Eigentlich wollte ich das Video unkommentiert, selbstsprechend, veröffentlichen - für all die, welche die Sendung nicht gesehen hatten und die Online-Diskussion nicht mitbekommen haben.

Doch dann fiel mir auf, dass die Wortmeldungen in Blogs, bei Twitter und in Kommentaren auf verschiedenen Websites teils sehr oberflächlich, teils sehr breitbandig waren. Und teilweise den Charme einer gewissen Naivität hatten.

Zunächst noch eine persönliche Anmerkung zum Film selbst. Die Geschichte des abgemagerten kranken Jungen weckt sicher Emotionen und hilft vielleicht, eigene (Kauf-)Entscheidungen zu beeinflussen. Meiner Meinung nach ist sie jedoch nicht KiK anzulasten. Denn ohne KiK im Bangladesh wäre die Grundsituation die gleiche, wenn nicht noch schlechter. Sicher ist die Einbindung dieser Krankengeschichte geeignet, über die Frage nachzudenken, ob statt einer - sagen wir "ortsüblichen" - eine leistungsgerechte Entlohnung dieses Elend verhindert hätte bzw. künftig verhindern kann.

Jedoch muss die Frage gestattet sein, ob man ein Unternehmen zwingen kann, in diese Länder zu gehen und leistungsgerechte Löhne zu zahlen. Bestenfalls kann man - so meine Meinung - moralischen Druck ausüben. Zum Beispiel, indem man solche Anbieter künftig meidet und sich anderswo seine Bekleidung kauft. Nur: Wie soll man sich orientieren?

Selbst die Ratschläge von Stiftung Warentest wirken in meinen Augen ziemlich schwammig und relativ ratlos. Sich auf den Webseiten der einzelnen Anbieter zu informieren, ob faire Löhne gezahlt werden? Diese Informationen lassen sich leider kaum verifizieren.

Textildiscounter meiden? Wer sagt mir, ob ein Marken-T-Shirt für den zehnfachen Preis nicht zu gleichen Lohnbedingungen produziert wurde - nur mit wesentlich höherer Gewinnspanne?

Warentest nennt einen Anbieter (hessnatur) als "stark engagiert" und sechs weitere als "engagiert" - dies kann sicher als Orientierung für das eigene Kaufverhalten dienen. Allerdings tut sich hier das nächste Problem auf, über das ich in keinem Kommentar oder Blogbeitrag bislang gelesen habe: Der statistische Warenkorb in Deutschland.

Dieser wird heran gezogen, wenn es beispielsweise um die Berechnung von Sozialleistungen (Stichwort Hartz IV / ALG II) geht. Nicht von ungefähr ist der Anteil von Bekleidung/Schuhen in den letzten zehn Jahren von 6,9 auf 4,9 Prozent gesunken. Mit anderen Worten: Die Billigpreise der Textildiscounter drücken auch die rechnerischen Sozialleistungen für den Erwerb von Textilien. Oder anders formuliert: Manch einem Leistungsempfänger wird - jetzt und künftig - gar nichts anderes übrig bleiben, als seine Sachen bei KiK, NKD oder Takko zu kaufen.

Unbestritten ist es so, dass auch Menschen mit gutem Einkommen eine gewisse Geiz-ist-geil-Mentalität entwickelt haben und sich nicht um die Hintergründe günstiger Angebote scheren. Ebenso unbestritten dürfte jedoch sein, dass es in Deutschland eine immer größer werdende soziale Gruppe von Menschen gibt, die gar keine andere Möglichkeit haben, als mittels Discountern über den Monat zu kommen.

Wie man diesen gordischen Knoten lösen kann? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass viele Kommentare zum Thema KiK & Co. vielleicht ehrliche Wut und Empörung sind, aber manche Wortmeldungen wie "KiK abfackeln", "KiK boykottieren" entweder das Thema verfehlen oder (wie eingangs erwähnt) schlichtweg oberflächlich sind.










Sonntag, 1. August 2010

Amazon Prime - Vertragsfalle beim Gratis-Test



Wer zur Zeit Einkäufe bei Amazon tätigt, dem wird für viele Produkte Amazon Prime angeboten - gratis, zum Test. Obwohl Amazon hinsichtlich seiner schnellen Lieferungen einen guten Ruf geniest, wird manch einer bei dringenden Bestellungen auf sicher gehen wollen und die Option "Amazon Prime gratis" aktivieren - in der Folge verkürzt sich die "voraussichtliche Lieferzeit" um einen Tag (Uhrzeit abhängig).

Wer dies tut, erhält neben der gewöhnlichen Amazon Bestellbestätigung eine weitere Mail mit dem Betreff "Kostenlose Probeteilnahme bei Amazon Prime", die man nicht ignorieren sollte. Der wichtigste Satz verbirgt sich dezent grau in kleiner Schrift fast am Ende:

"Möchten Sie nach Ablauf des Probezeitraums weiter teilnehmen, brauchen Sie nichts zu unternehmen. Ihre Mitgliedschaft wird automatisch fortgeführt und wir werden die von Ihnen eingegebene Zahlungsart mit EUR 29,00 für das nächste Jahr sowie dann jährlich belasten."

Mit anderen Worten: Der Gratis-Test wird nicht automatisch beendet, sondern das Stillschweigen (=Nichtreaktion) als Zustimmung für den Übergang in einen Jahresvertrag gewertet, was das eigene Konto mit 29.- EUR belastet. Die Voreinstellung für die Folgejahre ist "automatische Verlängerung".

Nun ist Amazon Prime nicht prinzipiell eine schlechte Sache - wer viel bei Amazon einkauft, für den können sich die 29,00 EUR durchaus rentieren - auch, wenn dies Option nicht für alle Artikel genutzt werden kann.

Wer jedoch nur sporadisch bei Amazon unterwegs ist, für den lohnen sich die 29.- EUR kaum. Zumal im Einzelfall noch die Option "Overnight Express" (natürlich auch kostenpflichtig) zur Verfügung steht.





Die häufigsten Fragen zu Amazon Prime

Amazon Prime-Teilnahmebedingungen


Mein Tipp: Wer den Gratis-Test nutzt und keine Verlängerung möchte, sollte - bevor es in Vergessenheit gerät - gleich nach Erhalt der o.g. E-Mail in sein Amazon-Konto gehen und dort die Option wählen "nicht automatisch verlängern". Im Testzeitraum steht Amazon Prime ungeachtet dieser "Abwahl" weiterhin zur Verfügung.

Im Detail: Oben rechts auf "mein Konto" klicken, dann Scrollen bis zu "Einstellungen". Dort findet sich dann der Menüpunkt "Amazon Prime-Mitgliedschaft verwalten".




Klickt man auf den - hier markierten - Menüpunkt, gelangt man auf das nachfolgende Dialogfenster.



Mit einem Klick auf "automatische Verlängerung ausschalten" hat man wieder den bisherigen Status und muss sich nicht über eine Abbuchung von 29.- EUR wundern, an deren Grund man sich in ein paar Wochen gar nicht mehr erinnert...













discount24.de Der Schnäppchenanbieter Im Internet

Blog Feedback