Dienstag, 23. März 2010

#wmerz01 vs #wmc03 – Internet im Erzgebirge

Am gestrigen Montag, dem 22. März 2010 wurde erstmalig der Versuch unternommen, nicht nur die „Macher“ mit den Interessenten an einen Tisch zu bekommen, sondern darüber hinaus noch das Potential von Xing zu nutzen – und den sogenannten „Webmontag“ als wohl in Chemnitz eingeführte Veranstaltung nach Annaberg zu „entführen“. Was – so muss zugegeben werden – gänzlich misslang.

Statt der erwarteten 30 Besucher fand gerade einmal 1/3 den Weg nach Annaberg, die Organisatoren inbegriffen. Über die Gründe, weshalb der Versuch mißlang, kann man nur spekulieren, dennoch ein Versuch.

Einerseits kann davon ausgegangen werden, dass ein (Groß-)Teil der Stammbesucher der Chemnitzer Treffen den „weiten“ Weg ins Erzgebirge scheuten oder einfach nicht realisiert haben, dass dieses Mal nicht das gewohnte „Dietz“ in Chemnitz der Treffpunkt war. Andererseits hat man das „Web 2.0“ wohl überreizt, da sich die Möglichkeit bot, sich auf verschiedenen Plattformen anzumelden. Die Zahlen zu addieren war eine sehr gewagte, optimistische Herangehensweise. Doch wer wer nichts unternimmt, ist vor Fehlern gewappnet. Insofern kann dies nur ein Versuch sein, mögliche Ursachen aufzuzeichnen und es künftiger besser zu machen.

Was in dem – relativ – kleinen Kreis noch auffiel, war die Tatsache, dass wir – als „Macher“ erstmals Publikum unter uns hatten, welches von unseren Fachbegriffen einfach überfordert war. In der Vergangenheit sprachen wir von „CMS“, „Traffic“ und anderen Dingen ganz selbstverständlich. An diesem Montag wurde uns dankenswerter Weise vor Augen geführt, dass dieses „Level“ – wenn wir denn neue Zielgruppen erreichen wollen – so nicht zu halten ist. Wir müssen uns auf unsere potentiellen Kunden – oder allgemein gesprochen – Interessenten einstellen. Nicht umgekehrt.

Carina Lorenz brachte es auf den Punkt: Jeder muss für sich entscheiden, ob er etwas selbst realisieren möchte (dann muss sie/er dieses Level selbst erreichen) oder ob er etwas in Auftrag gibt – dann reicht ein Überblickswissen.

Die bisherigen Veranstaltungen krankten aus meiner Sicht daran, dass wir uns kein Ziel vorgegeben haben. In dem Sinne: Wen oder was wollen wir erreichen.

Kundenbindung?
Kundengewinnung?
Vernetzung?
Aufgabenteilung?

Die erst genannten Punkte tangieren aus meiner (subjektiven) Sicht bislang nur ein Unternehmen – das annaberger-internet.de mit dem „Kaufhaus“ und all den Querverlinkungen. Dies ist nicht ehrenrührig, sondern – marktwirtschaftlich betrachtet – clever und legitim. Die Frage ist nur, ob die Ankündigung des Treffens per Twitter über den Firmenaccount http://twitter.com/InternetANA und die Auswertung über das Firmenblog erfolgen muss – haben wir doch das Internetforum Erzgebirge (früher www.erzgebirgsblogger.de ).

Hier drängt sich dann doch die Frage auf, ob und inwieweit es Interessenskonflikte gibt, welche die Fragestellung nach dem vermeintlichen und dem tatsächlichem Ziel ins Leere laufen lassen.

Mein persönliches Fazit: ich bin bereit, in einem lokalem Netzwerk mit definiertem Ziel mit zu arbeiten – gern auch aktiver als in der Vergangenheit, stehe aber als Statist und Gratis-Wissensvermittler künftig nicht (mehr) zur Verfügung.

Die Diskussion über das *wie * können wir gern öffentlich oder alternativ in geschlossenem Rahmen fortsetzen.





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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich halte es für falsch, die Fachsprache des Internets auf Laienverständnis herunterzurechnen. Wenn man zum Arzt geht, schreibt der auch lateinische Begriffe auf, erklärt wenig, verschreibt Tabletten, fertig. Wer einen Arzt verstehen will, muß entweder lernen, oder es sein lassen.

Stülpner hat gesagt…

@Anonym

Zunächst besten Dank für die Wortmeldung.

Ich halte den Vergleich für etwas gewagt, aber dennoch: Ein guter Arzt wird seinem Patienten möglichst verständlich erklären, was seine Krankheit ist. Dies ist letztlich die Voraussetzung dafür, dass der Patient am Genesungsprozess aktiv und überzeugt mitwirken kann.

So, wie der Arzt nun nicht im Detail chemische Vorgänge im Körper erklären wird (und auch nicht muss), macht es im Regelfall keinen Sinn, dem Web-User im Allgemeinen PHP oder JavaScript zu vermitteln.

Dahingegen macht es durchaus Sinn, dem Entscheidungsträger eines Unternehmens für Online-Aktivitäten beispielsweise die Nachteile einer Flash-Vorschaltseite oder die Vorteile des Verzichts auf Frame-orientierte Gestaltung zu vermitteln.

Inwieweit Detailwissen vermittelt wird, hängt prinipiell stark davon ab, ob der Gegenüber a) generell und b) in welchem Maße selbst "web-aktiv" werden möchte.

Das ist aus meiner Sicht entscheidend, ob es sich um eine allgemeine Beratung im Sinne der Information über Möglichkeiten oder der konkreten Wissensvermittlung handelt.

Allerdings - und das war ja in der Vergangenheit auch Teil unseres "Problems" - sind die Grenzen mitunter fließend und eine klare statische Abgrenzung ist nicht immer möglich.

Darüber hinaus gibt es einen weiteren, wichtigen Aspekt: Die CI (also das Erscheinungsbild) eines Unternehmens sollte in der Außenwirkung rundum stimmig sein. Hippige Radiowerbung und Hochglanzflyer passen nicht mit einer Website zusammen, die auf dem Stand von 1995 ist. Auch hier beseteht oft ein Wissensdefizit, dass durch Beratung bzw. Informationen abgebaut werden muss bzw. sollte.

Dabei hat der Sender nur dann eine Chance, wenn der Empfänger offen ist für diese Informationen. Offenheit und Vertrauen sowie eine klare und verständliche Sprache sind aus meiner Sicht Grundvoraussetzungen dafür.

Nur ein Rezept auszustellen und Tabletten zu verschreiben halte ich sowohl im Gesundheitswesen als auch auf das Internet übertragen als Lösungsweg für nicht akzetabel.

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