Sonntag, 7. Februar 2010

Blippy – wie krank ist das denn?


Heute bin ich erstmals über blippy.com gestolpert und war doch mehr oder minder erstaunt, wie konsequent manche Zeitgenossen ihre privaten Dinge offen legen. Datenschützer in Deutschland dürften eine Gänsehaut bekommen. Aber: Man kann nicht jeden Menschen vor sich selbst schützen...

Was nun ist Blippy?
Blippy ist eine Plattform, bei der man seine Kreditkartendaten und/oder seine Zugangsdaten für Amazon, iTunes, eBay etc. eingibt um dann seinen Mitmenschen zu zeigen, wofür man sein Geld ausgibt. Und da wir im Zeitalter von Web 2.0 leben, kann jeder Einkauf auch entsprechend kommentiert werden.
Hier zum Beispiel sieht man, wer wie viel Dollar bei Amazon gelassen hat. Allerdings scheint es bei Blippy noch technische Probleme in der Umrechnung verschiedener Währungen zu geben, wie dieser Dialog beispielhaft für viele andere zeigt:

Wer mag, kann also auf Twitter-Mitteilungen, wie „ich habe mir jetzt das iPhone bestellt“ verzichten und per Blippy nach dem Motto „mein Haus, mein Auto, mein Pferd“ seine Zeitgenossen neidisch machen. Dass in den AGB von Blippy die Option fixiert ist, dass der Anbieter die Informationen und persönliche Daten mit „vertrauenswürdigen Dritten“ teilt, scheint die Mitteilungsfreudigkeit nicht zu beeinträchtigen.

Es mag durchaus sein, dass die Amerikaner mit dem Thema Geld – vom Einkommen bis zur Ausgabe – lockerer umgehen als wir Europäer. Aber öffentlich aufzulisten, was man wo geordert hat und dabei noch seine persönlichen Daten Dritten zur Verfügung zu stellen – das ist schon krank.

Da bleibt Datenschützern und Bürgerrechtlern jenseits und diesseits des Atlantiks nur noch, mit den Schultern zu zucken, wenn sich die Internet-User selbst zum gläsernen Bürger machen.






Kommentare:

Matthias hat gesagt…

Das kannte ich bisher auch noch nicht.

Nutzen möchte ich es auch nicht, schauderhaft!

Stülpner hat gesagt…

Mehr zum Thema unter
http://enypsilon.posterous.com/pro-und-contra-blippy

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