Freitag, 22. Januar 2010

KOMSA löst Web-Tsunami aus

"Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen" - so lautet ein altes Sprichwort. Die KOMSA AG aus Hartmannsdorf (Sachsen) wurde jetzt an dieses Sprichwort erinnert - hat sie es doch geschafft, das Online-Deutschland am heutigen Freitag kräftig zum Lachen zu bringen.

Was war passiert? Wie 100partnerprogramme.de schildert, sahen Mitarbeiter beim Surfen im Internet plötzlich überall ihr Logo - grüne, nach rechts oben gerichtete Pfeile. Ein klarer Fall von Markenrechtsverletzungen oder - wie KOMSA in Abmahnungen an Websitebetreiber schrieb "Es besteht neben der Gefahr der Verwässerung der Markenkennzeichnungskraft ein Verdacht auf Rufausbeutung.

Die Diebe der Logo-Pfeilchen sollten eine Unterlassungserklärung unterschreiben und Auskunft über die Verwendung der Grafiken geben. Nur. Keiner der drei abgemahnten Website-Betreiber war sich einer Schuld bewusst.

Der Grund: Im KOMSA-Firmennetzwerk blendet ein Ad-Blocker Werbung auf Webseiten aus und ersetzt diese durch das firmeneigene Logo.

Inzwischen hat der Vorfall im Web die Runde gemacht und alle (bis auf die betreffenden KOMSA-Mitarbeiter) können mit Lachtränen in den Augen ins Wochenende gehen.

Hier nochmal der Link zum auslösenden Beitrag: 100partnerprogramme.de

Nachtrag: Inzwischen findet sich die Episode bei Google (Suche nach "Komsa") bereits auf Platz 5 (22.01.2010).

Update

"24 Stunden später" nennt sich das Fazit bei 100partnerprogramme.de , in dem die Wirkungen der Web-Reputation nochmals beleuchtet werden. Beeindruckend die rasante Verbreitung in Zeiten des Web 2.0 - eben ein "Web-Tsunami"...



Mittwoch, 13. Januar 2010

UFO in Anmarsch ?

Am heutigen Mittwoch passiert ein - nennen wir es Objekt - die Erde in so naher Entfernung, dass sich Wissenschaftler wie Ereignisinterpreten wieder einmal in die Haare kommen, wenn es darum geht, das Ereignis zu kommentieren.

Eine Vorabinformation findet sich bei http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com.

UPDATE

Wir wir inzwischen wissen, ist nichts passiert - der kleine Asteroid ist in einer Entfernung von 129.000 Kilometer an der Erde vorbei gerauscht. Selbst wenn er in die Erdatmosphäre eingetaucht wäre, wäre er - bei einem geschätztem Durchmesser von 14 Meter - komplett verglüht.

Wer sich für "grenzwertige" Literatur interessiert, findet bei Amazon entsprechende Literatur, wie zum Beispiel diese: Stanislaw Lem ;-)

Freitag, 8. Januar 2010

Aussteiger 2.0

„Web 2.0“ geistert seit längerer Zeit durch das Web. Manche nutzen es, ohne es zu wissen. Andere wiederum wissen die Begrifflichkeit in etwa zu deuten http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0 aber nichts mit den Offerten dahinter anzufangen.

Es geht um Angebote, wie StudiVZ oder Facebook, es geht um Twitter oder Xing. Es geht um die „soziale Vernetzung“ per Internet.

Zunächst: Ich finde, dass Online-Netzwerke für jeden Einzelnen so gut oder schlecht sind, wie er diese gestaltet und nutzt. StudiVZ kann tatsächlich Studenten hilfreich sein, ebenso werden über XING Kontakte geknüpft, die in der Folge zu Jobs oder – falls man selbständig ist – zu Aufträgen führen können.

Wer jedoch nicht Prioritäten setzen kann und meint, er müsse überall (auf jeder Plattform) und möglichst noch mit synchronisiertem Bekannten-/Freundeskreis dabei sein, der hat Web 2.0 nicht wirklich begriffen und verschenkt mit der Handhabung der ganzen Add-Anfragen und Follower-Verwaltungen wertvolle Lebenszeit. Von Chat-Räumen (schon seit Jahren im Internet platziert), in denen man sich mitunter Stunden aufhalten kann, ganz zu schweigen.

Zwei weitere Kriterien, so meine ich, sollten nicht unerwähnt bleiben.

Da sind zum Einen die Nerds, denen man auch eine gewisse Technikverliebtheit nachsagt. Das neueste iPhone mit den aktuellsten „Apps“, um dann zu twittern, dass die Straßenbahn in Hintertupfingen fünf Minuten Verspätung hat...

Das sind zum Anderen Internet-Süchtige, die den Computer und das, was sie Online zu tun glauben müssen quasi als Alibi nehmen, um den realen (und teilweise als stressig empfundenen) Leben zu entrinnen.

Diese Internet-Süchtigen unterscheiden sich von zuvor Genannten nur dadurch, dass sie ihre Zeit im Web teilweise anders verbringen – zum Beispiel als Gamer (Stichwort „World of Warcraft“). Der Versuch einer Analyse findet sich hier.

Generell scheint es so zu sein, dass es den eindeutigen Typus nicht gibt, da sich die Erwartungshaltungen an das Internet und die individuelle Nutzung dieses mischen – von der zu lösenden Hausaufgabe über den Webshop bis hin zu freiwilligen oder beruflich bedingten Netzwerken.

Da aber das Internet – im weiteren Sinne – das reale Leben widerspiegelt, gibt es zum aktuellen Mainstream der möglichst breiten Vernetzung auch bereits Alternativen, die sich als Option sehen. Eine davon ist ausgestiegen.com mit dem Motto „Freunde treffen statt Freunde adden“. Unter „Warum aussteigen?“ wird begründet, weshalb der Verzicht auf webbasierte Netzwerke sinnvoll ist.

Interessant sind einerseits die Begründungen der „Aussteiger 2.0“, andererseits aber auch die Vielfalt der Plattformen, welche diese bislang nutzten.

Allerdings ist das Konzept von ausgestiegen.com aus meiner Sicht auch noch nicht der Weisheit letzter Schluss – Jeder kann zunächst Mail-Adressen und Links publizieren. Ob die einzelnen Einträge dann geprüft werden, kann ich nicht wirklich beurteilen.

Mir fiel nur auf dass ich das Statement eines „Aussteigers“ (oder war es ein Scherzbold?), die Aussteiger könnten doch ein Netzwerk aufbauen und der Betreiber möge bitte einen Chat einrichten bei der Suche für eine Verlinkung dann nicht mehr wieder fand.

In meinen Augen ist ausgestiegen.com ein netter Anlaufpunkt für Leute, die sich über ihr bisheriges Online-Verhalten unsicher sind. Eine wirkliche Hilfe – vielleicht für internet-Süchtige – ist es nicht. Dazu sind auch die „Anleitungen“ zu schwach auf der Brust.

Wer das Gefühl hat, zu viel Zeit am Computer zu verbringen, der sollte den Rechner einfach einmal eher herunter fahren. Wer das Gefühl hat, zu viel Privates bei Facebook & Co. hinterlassen zu haben, sollte den Mut haben, einen Account einfach zu löschen. Wer unsicher ist: Die private Kommunikation per ICQ oder der schlichten E-Mail funktioniert immer noch bestens.

Und wer meint zu wissen, was er im WWW gerade tut und dies (für sich) begründen kann, der sollte dies auch weiter tun. Soviel Toleranz muss sein...






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