Donnerstag, 22. Oktober 2009

Von Windows 32 Bit auf Windows 7 64 Bit – das Update

Ab dem heutigen Donnerstag, den 22. Oktober 2009 steht das neue Windows offiziell zum Verkauf in den Läden.

Einige Anbieter waren schneller – so zum Beispiel lieferte mir Amazon meine bestellte Version bereits am letzten Samstag. Übrigens als OEM-Version für 83.- EUR.

Vorteil: Man spart doch einiges Geld;
Nachteil: Man hat keinen Microsoft-Support und muss sich im Vorfeld für die 32- oder die 64-Bit-Version entscheiden, während die großen Verkaufsboxen beide Versionen enthalten und rund 120.- EUR kosten. Bei den Preisen spreche ich zur Vergleichbarkeit von der Home-Premium-Edition.

Ich möchte bewusst nicht über Stärken und Schwächen von Windows im Allgemeinen und Windows 7 im Besonderen schreiben, ebenso wenig die Vor- und Nachteile der 32- und der 64-Bit-Version zum Thema machen. Dazu finden sich im Web genügend kompetente Quellen.

Ich selbst habe mich für die 64-Bit-Version entschieden und das bedeutet – da ich vorher ein Vista 32 Bit hatte – ohne wenn und aber den Rechner neu aufzusetzen. Entgegen allen vermeintlichen Tipps, die man in einschlägigen Foren liest, gibt es keine Alternative zu einer Neuinstallation.

Deshalb möchte ich nachfolgend beschreiben, wie ich vorgegangen bin, um dieses Prozedere möglichst stressfrei zu gestalten. Zunächst: Eine möglichst große zweite (ggf. externe USB-) Festplatte ist unabdingbar. Gilt es doch (besonders für alle, die bezüglich Datensicherung sonst eher Frau oder Herr Sorglos heißen) alle Daten – Programme und vor allem Dateien extern zu sichern.

Die Maßgabe dabei war, ohne Kaufsoftware auszukommen und dies mit Bordmitteln bzw. Freeware zu realisieren.

1.

In einem ersten Schritt – sämtliche Anwendungsprogramme sind dabei zu beenden – werden alle Verzeichnisse incl. der Dateien in einen Zielordner auf der 2. Festplatte (alternativ: auf eine ausreichend große zweite Partition der Festplatte) kopiert. Diese Alternative werde ich künftig nicht mehr extra erwähnen, sondern wie eine zweite Festplatte betrachten.

Nach dem Kopieren empfiehlt es sich, die Verzeichnisse von Quelle und Ziel stichprobenartig auch in den Unterverzeichnissen zu überprüfen, ob die Inhalte identisch sind.


2.

Über

Start/Systemsteuerung/Leistung/Wartung/Daten sichern bzw.
Start/Zubehör/Systemprogramme/Sicherung

wird eine Sicherung auf das Ziellaufwerk erstellt. Für Windows Vista kann ich bestätigen, dass die Daten per Windows 7 problemlos zurück gelesen werden. Ob dies bei Windows XP oder älteren Versionen auch funktioniert, kann ich nicht sagen. Falls nicht, haben wir jedoch noch die Dateien aus Schritt 1, so dass kein wirkliches Problem entsteht.

3.

Windows hat mit Vista das Tool „Windows Easy-Transfer“. Etwas zu euphorisch verspricht Microsoft: Festplatte (bzw. die betreffende Partition) mit diesem Tool sichern, neues Betriebssystem aufsetzen, Daten per diesem Tool zurück spielen, Programme neu installieren und schon laufe wieder alles. Dies kann ich so nicht bestätigen. Zumindest ein Teil der Dateien und vor allem die Windows-Einstellungen wurden jedoch übertragen. Das Tool von Windows 7 hat keine Probleme angezeigt, die mit Vista generierte Sicherung einzulesen. In den Vorgängerversionen nannte sich der Programmpunkt „Übertragen von Dateien und Einstellungen“ und findet sich wie für das Backup beschrieben. Ob Windows 7 diese Dateien per „Windows Easy-Transfer“ einlesen kann, entzieht sich meiner aktuellen Kenntnis.


An dieser Stelle der vielleicht für viele überflüssige, aber für manche doch nützliche Hinweis, dass alle Transaktionen – sofern Benutzerkonten eingerichtet sind - als Admin zu erfolgen haben. Einerseits ist z.B. genanntes „Windows Easy-Transfer“ nur als Admin startbar, andererseits besteht nur so die Gewähr, dass alle Nutzerkonten gesichert werden.

4.

Besonders stressig ist es, Browserdaten und –einstellungen sowie E-Mail-Konten, deren Einstellungen und die Mails selbst korrekt zu sichern (und später wieder herzustellen). Für die Nutzer von Mozillas Firefox als Browser und Thunderbird als Mail-Programm ist das keine Hexerei: MozBackup nennt sich das Programm, welches genau diese Aufgaben übernimmt. Hier ein Download-Link zu CHIP ONLINE .


Zu beachten ist, dass der Sicherungsdurchlauf zweimal erfolgen muss – einmal für den Browser und einmal für das Mailprogramm. Und noch ein kleiner, aber feiner Hinweis: Nach der Sicherung des Mailprogrammes empfiehlt es sich, das Mailprogramm nicht mehr zu starten. Damit nicht in der Zwischenzeit neue Mails abgeholt werden, die dann ungesichert bleiben.

5.

Ein Zeitfresser kann es sein, wenn man seine Software neu installieren will und dann die entsprechende Seriennummer nicht bei der Hand hat. Zum Beispiel, weil diese bei der ersten Installation von der CD-Hülle abgetippt wurde, aber letztere nicht mehr auffindbar ist.


Auch hier gibt es einen freundlichen Helfer – den „LicenseCrawler“ von Martin Klinzmann. Auch hier der Downloadlink . Er findet einen Großteil der Seriennummern, die dann in Listenform als txt-Datei auf der Sicherungsfestplatte abgelegt werden kann.

Um ganz sicher zu gehen, habe ich mir von meinen wichtigsten Programmen die Seriennummer extra noch einmal gespeichert. Die Vorgehensweise ist sicher bekannt: Das Programm starten, meistens wird der Produkt-Key unter Hilfe/Lizenzvereinbarungen oder ähnlich angezeigt. Man kann die Daten abschreiben oder – wie ich es gemacht habe – als Screenshot speichern.

Damit wären alle relevanten Dinge berücksichtigt, die einen Datenverlust verhindern und eine schnelle Wiederinbetriebnahme des Rechners nach der Neuinstallation ermöglichen. Der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt, dass Windows 7 während der Installation das bisherige Windows-Verzeichnis in „Windows_old“ umbenennt. Auch auf dieses und dessen Dateien kann im Bedarfsfall nach der Installation noch zugegriffen werden (z.B. bei Treiberproblemen).


Der Installation steht nun nichts mehr im Wege. Die DVD ins Laufwerk einlegen, den PC neu booten und während des Bootens die Auswahl des Bootmediums bestimmen. Bei den allermeisten PCs gelangt man per F12-Taste in das Menü, wo man dann das DVD-Laufwerk auswählt.

Der Rest ist, im Vergleich zu den zuvor genannten Details, eine relativ relaxte Angelegenheit.


Bis, ja bis auf den letzten Menüpunkt „Installation abgeschlossen“. Geschätzte 35 bis 40 Minuten dauerte es, bis dieses Etappenziel endlich abgehakt wurde. Hier wäre eine Fortschrittsanzeige in gewohnter Art hilfreich gewesen. Für ungeduldige Schnellklicker ist dies eine kleine Falle...

Ab und an war im Gesamtprozess der Installation ein Rechner-Neustart erforderlich, aber das kennt man ja.


Nun lief er also, der 64-Bit-Rechner (übrigens ein 5000+) mit dem entsprechenden Betriebssystem. Noch völlig jungfräulich. Doch das sollte sich schnell ändern. Noch bevor ich dazu kam, meine Daten zurück zu spielen, hatte er problemlos das LAN-Netzwerk gefunden und so holte sich das Windows 7 schon die ersten Updates. Wenn man berücksichtigt, dass die Daten auf der DVD auf den 15.10. datieren und ich selbige am 17.10. im Briefkasten hatte, dann scheint Microsoft bis zum letzten Tag an diesem Betriebssystem gestrickt zu haben. Auch, wenn man die Vorlaufzeit des Presswerkes berücksichtigt.

So nach und nach vollzog ich die o.g. Schritte nun in die entgegengesetzte Richtung und kam relativ zügig wieder zu meinem gewohnten Arbeitsgerät. Über Details zur Feinjustierung von Windows 7, zur Nutzung des Betriebssystems etc. möchte ich auf die professionellen Internetquellen verweisen.

Was mir in der relativ kurzen Zeit der Nutzung auffiel ist der Mediaplayer (den ich eigentlich relativ selten nutze). Die Filme wirken weniger verpixelt, schärfer und insgesamt ist – hier ist ein 22“er angeschlossen der Gesamteindruck positiver. Die kleinen Quadrate der geöffneten Programme in der Taskleiste habe ich gleich wieder umgestellt auf die maximal mögliche Breite. Sinnlose Spielereien von Vista, wie das hintereinander staffeln aller Fenster vermisse ich nicht. Meine 64-Bit-Grafikprogramme sind spürbar schneller geworden, aber auch die 32-Bit-Applikationen laufen gefühlt schneller.

Alle Programme laufen problemlos (allerdings bin ich kein Gamer), auch die Hardware wurde erkannt und funktioniert problemlos. Lediglich mein HP Laser wurde erkannt, aber als „unbekanntes Gerät“ eingestuft. Auf der Website von HP fand sich der lapidare Hinweis, dass Windows 7 erst am 22.10. verkauft wird und daher kein Treiber „vorab“ zur Verfügung steht. Man verwies auf Windows-Bordmittel, was jedoch nicht funktionierte. Letztlich fand ich dann im WeltWeitWeb doch noch eine HP-Seite, die den passenden treiber schon online hatte und so konnte auch dieses Problem als gelöst betrachtet werden.


Der PC selbst hat noch ein Warnzeichen, was laut Microsoft auf das Away Mode System zurück zu führen ist. Welches im BIOS zu deaktivieren sei. Dumm nur, dass ich dies längst getan habe. Aber ich bin mir sicher, dass sich auch hierfür in Kürze eine Lösung findet.

Ein Software-Handicap auf geringem Level war noch, dass ICQ die Zugangsdaten vergessen hatte und ich diese auch nicht mehr in die neue Installation integrieren konnte. Wie ich dieses Problem gelöst habe, beschreibe ich in einem extra Beitrag, da dies nicht nur die Windows-Wechsler tangiert.

Fazit: Wer von einem 32-Bit-Windows den Schritt zu Windows 7 64 Bit macht, muss das System neu aufsetzen. Wenn man mit etwas Überlegung ans Werk geht, ist dies jedoch relativ stressfrei möglich. Dabei ist mir bewusst, dass ich teilweise nach dem Motto „doppelt hält besser“ einen gewissen Mehraufwand betrieben und hier beschrieben habe. Ich hoffe dennoch, dass der Beitrag für Einige hilfreich ist. Ansonsten empfehle ich gern entsprechende Windows 7 Fachliteratur.



ICQ Zugangsdaten vergessen – was tun?

Durch dumme Zufälle, widrige Umstände oder z.B. einem Wechsel des Betriebssystems (wie hier beschrieben) kann es geschehen, dass man plötzlich leere Eingabefelder bei der ICQ-Anmeldung vor sich hat. Verflixt: Wie war denn nochmal das Paswort? Unter welcher Mailadresse habe ich mich angemeldet?

Mir ist dies passiert und ich gebe gern weiter, wie ich dieses Problem gelöst habe.

Zwei frei verfügbare Tools benötigt man:

Den ICQ 6 Password Hasher zum Auslesen des Passwortes (Download: http://download.chip.eu/de/ICQ-6-Password-Hasher_3094751.html )

und den ICQ Passwort Changer (Download: http://download.chip.eu/de/ICQ-Passwort-Changer-1.0_3404595.html ).

Die Vorgehensweise ist relativ einfach:

Zunächst sucht man in den bisherigen Laufwerken/Verzeichnissen nach „Owner.mdb“. Ist die Datei gefunden, merke man sich den genauen Dateiort, denn viele ICQ-User kennen nur ihren Nick, nicht aber ihre ICQ-Nummer. Diese ist allerdings die letzte in der Verzeichnisstruktur, in der sich die genannte Datei befindet. Merken oder aufschreiben.

Damit übernimmt man das Passwort in verschlüsselter Form, wie es der Name des Tools bereits andeutet.

Nun startet man den Passwort Changer, gibt dort seine ICQ-Nummer (nicht den Nick!) sowie den Hash ein, der mit dem ersten Tool ausgelesen wurde. Nun gilt es, nur noch ein neues Passwort zu vergeben und schon kann man wieder per ICQ kommunizieren.



Donnerstag, 15. Oktober 2009

Warum Disclaimer zu Abmahnungen führen können

Manche Märchen im Web halten sich ewig. Dazu gehört auch das von den "hilfreichen" Disclaimern. Weshalb dies in der Praxis ganz anders ausschaut, darüber habe ich soeben auf meiner Firmensite in einem Artikel geschrieben.




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