Mittwoch, 24. Juni 2009

Blip.fm – quo vadis?

Wer im “Web 2.0” unterwegs ist, hat vielleicht – im Sinne des Wortes – schon einmal blip.fm gehört, eine Musikquelle, die einem DJ spielen lässt und ähnlich Twitter Kurzkommentare zu jedem gespielten Song erlaubt.

Wer bereits einen Twitter-Account hat, kann diesen in blip.fm einbinden, so dass die Follower bei Twitter die gespielten Titel zu lesen bekommen. Auf die Dauer kann dies jedoch lästig werden – vor allem, wenn man durchweg als DJ aktiv ist. Da hilft ein kleiner Trick: Im Kommentarfeld ein Ausrufezeichen, gefolgt von einem Leerzeichen und Twitter schweigt.

Seit einiger Zeit sind bei blip.fm auch Videos erlaubt und natürlich wurden und werden vor allem die bei YouTube gespeicherten Songs gern in die Playlists der DJs aufgenommen. Damit hat blip.fm einen Weg eingeschlagen, der aus meiner Sicht eine Richtungsänderung darstellt.

Konnte man bisher die Playlists bevorzugter DJs nebenbei quasi als Hintergrundmusik laufen lassen, sind die Videoquellen mitunter ziemlich anspruchsvoll, was die Hardware anbelangt. Zumindest dann, wenn man mehrere Browserfenster geöffnet hat und noch in diversen Applikationen arbeitet. Dabei ist jedoch festzustellen, dass Video nicht gleich Video ist – ein ins YouTube-Format verwursteltes mp3 mit zwei drei Textzeilen läuft flüssiger, als ein HD-Video, das ist klar.

Von den technischen Aspekten abgesehen kommt noch hinzu, dass meiner Meinung nach jetzt bei blip.fm sehr viel mehr schlechterer (Ton-)Qualität des Wegs kommt, vom Frequenzbereich bis hin zu Mitschnitten mit An- und/oder Abnoderation.

Einen Vorteil haben die Videos: Sie bleiben den DJs erhalten. Was ich meine: blip.fm selbst speichert ja keine Musik, sondern ist quasi nur ein Verlinkungsdienst. Viele Webdienste, die das Hochladen und Speichern von Musik erlauben, speichern diese nur eine gewisse Zeit. Danach erscheint dann bei blip.fm ein „Datei nicht verfügbar“. Zur rechtlichen Situation, eigene Musik zur Verfügung zu stellen, will ich mich an dieser Stelle nicht äußern. Auf jeden Fall ist es – falls jemand mit dem Gedanken spielt – sicherer, einen Anbieter zu wählen, der kein Download erlaubt, sondern (hier eben für blip.fm) nur den Link zum Abspielen bzw. „einbetten“ in die eigene Webseite oder den Blog ermöglicht. Rechtlich bedenklich bleibt es dennoch.

Die Frage ist nun, welchen Weg blip.fm geht: Wird es ein reines Videoportal, werden „tote Links“ (was wünschenswert wäre) künftig automatisch entfernt oder versucht blip.fm, die bereits bestehende Vernetzung mit last.fm sinnvoll auszubauen. Gegenwärtig sehe ich persönlich es als interessante Gelegenheit, nach längst vergessenen Titeln und Bands zu suchen – und dafür ist blip.fm wirklich bestens geeignet.

Für alle Leser dieses Beitrages abschließend eine Blitzumfrage zum Thema - ein Mausklick genügt ;-)

Update: Blip.fm – quo vadis? Teil II




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