Freitag, 19. September 2008

Gravenreuth 14 Monate im Knast !?

Inzwischen ist die Meldung durch alle Medien und die Web-Gemeinde jubelt: Der als Abmahnanwalt bekannt gewordene Münchener Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth ist vor Gericht der Berliner Tageszeitung taz erneut unterlegen. Das Berliner Landgericht wies eine Berufung Gravenreuths gegen ein Urteil des Amtsgerichts zurück. Der Münchener soll nun für 14 Monate in Haft.

Die jüngeren Onliner werden nur Gravenreuths Aktivitäten im Internet kennen, dabei hat er bereits in den 80er Jahren für Schlagzeilen gesorgt, als er in Computermagazinen unter Mädchennamen zum Tausch von Computerspielen aufforderte, um anschließend die Tauschwilligen abzumahnen. Mehr dazu und über Grafenreuth selbst findet sich bei Wikipedia. Diese Quelle will sich der Freiherr nach eigenem Bekunden einmal näher anschauen und vermutlich plant er hier die nächste Abmahnung.

Interessant und pikant gleichermaßen ist, dass er u.a. einen Vortrag zu "„Software-Piraterie“, vor Beamten des Bundeskriminalamtes, Landeskriminialämter und Staatsanwälten, insbesondere aus Schwerpunktstaatsanwaltschaften" hielt - zu einer Zeit, als er sich schon einen "Namen" gemacht hatte...

Die Berichterstattung zur aktuellen Verurteilung ist in den Medien leider nicht konform, was zu Irritationen und Falscheinschätzungen führt. Richtig ist, dass Gravenreuth im aktuellen Fall zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt wurde. Die bisherigen Urteile auf Bewährung ergeben dann das Strafmaß von 14 Monaten. Fakt ist ebenso, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Und der Freiherr hat bereits angekündigt, in Berufung zu gehen: Gravenreuth bestätigte Golem.de, dass er Revision eingelegt habe. "Dann möge man klären wie das im Widerspruch zu mehreren BGH-Entscheidung stehende Urteil Bestand hat."
Quelle: golem.de

Für besonders interessant und lesenswert halte ich das Interview, was der erfolgreiche TAZ-Anwalt Johannes Eisenberg bei heise.de gegeben hat. Es macht keinen Sinn, zusammenhangslos aus diesem Interview zu zitieren. Von daher kann ich jedem Interessierten nur raten, sich die Zeit zu nehmen und dieses Gespräch mit Johannes Eisenberg selbst nachzulesen.

Bleibt zu hoffen, dass die Münchener Rechtsanwaltskammer ihn auf ewig die Lizens zum Abmahnen, also die Zulassung als Anwalt, entzieht...





myby.de



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