Mittwoch, 2. Juli 2008

Digitale Bilderrahmen: mehr Flop als Top

Anfangs waren Hersteller und Händler ziemlich euphorisch, was die Umsatzerwartungen bei digitalen Bilderrahmen anbelangte. Inzwischen ist eine gewisse Ernüchterung eingetreten und die Zahlen wurden nach unten korrigiert: Weitaus weniger Käufer als erwartet stellen sich ein weiteres Display in die Wohnung.

Zwar gibt es immer wieder Versuche, durch mehr oder minder ausgefallene Technik - wie beispielsweise die integrierte SIM-Karte zum Empfang von MMS - Kunden zu begeistern, aber das Geschäft geht schleppend.

Realistisch betrachtet ist das auch kein Wunder: Inzwischen haben die meisten Technik ambitionierten Zeitgenossen Notebook, Flachbildschirme am PC, TFT-Fernseher, Navigationsgeräte, Video- und MP3-Player, Handy etc., mit denen sich Fotos anzeigen lassen.

Und die Oma von gestern, die sich einen solchen digitalen Bilderrahmen aufs Nachtschränkchen stellt, ist inzwischen die Silversurferin von heute, die sich die Bilder ihrer Enkel per Mail schicken lässt...

Kurzum: Irgend wie kann man für diese Produkte keine wirkliche Zielgruppe ausmachen. Da nützt es auch nichts, wenn bei idealo.de bei der Vorstellung eines Agfa-Rahmens fast schon schwärmerisch von einem "Multifunktionsgerät" gesprochen wird.

Fast schon zum Schmunzeln ist - in Anbetracht des Display mit einer Diagonale von 7,6 cm - der Satz: "Man kann sich nicht nur musikalisch wecken lassen, sondern auch ganz sanft durch heller werdendes Licht, welches vom Mini-Bildschirm ausgestrahlt wird."

Sicher, sicher: Wer vom Licht dieses Displays aus seinen Träumen geweckt wird, den kann auch eine niesende Fliege wecken. Nichts für ungut: Aber um mich per Licht zu wecken, bedarf es schon "etwas" mehr Licht. Und ich denke, vielen Anderen geht es ähnlich.

Mein Fazit: Ob 90 (wie bei dem verlinkten Agfa-Produkt) oder 150 Euro - das Geld ist anderswo besser ausgegeben. Bei Fotos fällt mir sofort ein kreativ gestaltetes, gedrucktes Fotobuch ein. Für das Geld bekommt man schon drei bis fünf davon. Und dieses kann man - unabhängig von digitalen Speichermedien - auch in 50 Jahren noch anschauen. Doch das ist schon wieder ein anderes Thema...

Foto: Agfa






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