Montag, 2. Juni 2008

Schäuble lud und keiner kam...

Heute war also der Tag, wo Minister Schäuble die Telekom-Branche zum Erfahrungsaustausch eingeladen hatte. Dumm gelaufen nur, dass fast keiner die Einladung zum Plausch bei Eistee und Keksen angenommen hat. Vielleicht lag es an dem etwas zu abschreckenden Text: "Es soll erörtert werden, wie der Datenschutz in Unternehmen wirksam realisiert werden kann und welche Maßnahmen dazu beitragen können"

Wobei sich die Frage stellt, weshalb Lidl nicht auch auf der Einladungsliste stand...

Irgend wie habe ich den Verdacht, dass der Minister etwas neidisch auf die Privatwirtschaft blickt, die einfach macht, was er gern wollte. Gut: Bei Lidl ist es schief gelaufen. Aus meiner Sicht aber aus einem anderen Grund: Die haben ihre Überwachungspraktiken einfach falsch verkauft: Hätte man behauptet, dies diene der Terrorbekämpfung und kontrolliert wurde nur, ob nicht wer irgend wo eine Bombe versteckt - es hätte keine solch heftigen öffentlichen Diskussionen gegeben...

Nun müssen Bundesnachrichtendienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Militärische Abschirmdienst selbst sehen, wie sie die Republik unter Kontrolle bekommen. Einen Ansprechpartner haben sie zumindest - die Berliner Datenauswertungsfirma Network.Deutschland, die Rechnungen in Millionenhöhe an die Telekom gestellt hat.

Besonders pikant: Laut Financial Times Deutschland haben auch ehemalige Stasi-Mitarbeiter für die Telekom Journalisten überwacht. Agenten der Berliner Wirtschaftsdetektei Desa Investigation & Risk Protection sollen nach den Angaben das Redaktionsbüro des damaligen FTD-Chefreporters Tasso Enzweiler mit versteckter Kamera ausgeforscht haben. Geschäftsführer und Firmengründer der Desa sind Frank Hendrik J. und Klaus-Dieter B., beide waren früher bei der Spionageabwehr der Stasi beschäftigt, so das Blatt weiter.

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