Samstag, 3. November 2007

Drucken Sie mal, damit ich scannen kann...

Unsere gedankenlose Verliebtheit in technische Prozesse scheint inzwischen über jede Kritik erhaben und anscheinend merken viele unter uns nicht mal mehr, wenn sie die sprichwörtlichen Eulen nach Athen tragen.

Mir fiel dies erst jetzt wieder auf, als ich eine Werbe-Mail in der Inbox hatte, wo man mir den Kauf eines Visitenkartenscanners ans Herz legte.

"CardScan ist eine schnelle, einfach zu handhabende und exakte Lösung, die Visitenkarten-Informationen in die elektronische Welt zu übertragen!"

Hatte ich bislang etwas verpasst? Bin ich vielleicht nicht Business-kompatibel oder was ist Sache? Überlegen wir einmal kurz: Der Inhaber der Visitenkarte hat im Vorfeld einigen (digitalen) Aufwand getrieben, sich eine geschmackvolle Visitenkarte zu erstellen (oder erstellen zu lassen), die - neben dem Firmenlogo und eventuell weiterem grafischen Schnickschnack - die relevanten Daten wie E-Mail-Adresse, Name, Vorname, Durchwahl etc. enthält.

Dieses kreativ gestaltete Werk wird nun in eine Druckerei gegeben, um dort in mehreren Tausender-Sätzen (die Menge ist abhängig von der realen oder vermeintlichen Wichtigkeit des Inhabers) gedruckt zu werden.

Und ich soll mir jetzt einen Scanner mit intelligenter Software kaufen, um diese Daten wieder zu digitalisieren? Nö, liebe Marketinger - da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Dazu reicht nun wirklich eine genormte Online-Schnittstelle, um die Daten quasi zum Nulltarif abzufragen und in das eigene Datenmanagement zu übernehmen. Wir leben schließlich in 2007...

Meine Meinung: Wer Visitenkartenscanner erfolgreich vertreibt, hat zumindest Verkäuferqualitäten und empfiehlt sich damit für höhere Aufgaben. Was konkret er dann macht, kann er sich meinetwegen auf seine Visitenkarte drucken...




AutoScout24 - Europas großer Automarkt



Keine Kommentare:

Blog Feedback