Montag, 2. Juli 2007

Es geht auch umgekehrt: Lehrer zittern vor Schüler-Zensuren

Verkehrte Welt, könnte man meinen - im Schülernetzwerk spickmich.de erhalten Deutschlands Lehrer klassische Zensuren via Internet.

Drei Kölner Studenten, Tino Keller, Manuel Weisbrod und Philipp Weidenhiller stellten sich die Frage, warum zwar ihre Professoren an der Uni regelmäßig ein Feedback über ihre Lehrleistungen einfordern, die Lehrer früher an der Schule jedoch darauf keinen Wert legten. Die Antwort ist das Schülerportal, das seit Frühjahr online ist.

spickmich.de bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Pauker und Schule mit einer möglichst sachlichen Rückmeldung zu versorgen. Die Resonanz überraschte selbst die Macher: Über 100.000 Personen sind inzwischen registriert, die stetig steigenden Zugriffszahlen scheinen zu bestätigen, dass es nötig ist, auch den Lehrern Noten zu verpassen.

Inzwischen beschäftigt diese Benotungsfunktion bereits die Justiz: Das Kölner Landgericht verhandelte unlängst eine einstweilige Verfügung, die eine - durch Kritik an ihrer Person - erboste Gymnasiallehrerin erwirkt hatte. Jedoch gab die zuständige Richterin allen Punkten den Betreibern der Seite Recht und wird am 11. Juli voraussichtlich die Verfügung aufheben. Begründung: "auch Lehrer müssen sich im Bereich der Berufsausübung öffentlicher Kritik stellen". Die Betreiber betonen das Recht der Schüler, ihre Meinung über die Leistungen und das Auftreten ihrer Lehrer frei zu äußern.

Über 100.000 Lehrer sind bereits im Votum berücksichtigt, die sich in den einzelnen Bundesländern vor den Sommerferien nun ebenfalls über ihr Zeugnis freuen oder ärgern dürfen.








Keine Kommentare:

Blog Feedback